In der Opening Bell zeigt sich ein deutlich schwächerer Markt. Der DAX rutscht klar unter die Marke von 23.000 Punkten und verliert zeitweise rund 2,7 Prozent. Belastend wirkt vor allem die Eskalation im Nahen Osten: Der Iran greift weiter Infrastruktur an, während eine Lösung nicht in Sicht ist. Entsprechend steigen die Ölpreise weiter deutlich an, Brent nähert sich sogar wieder der Marke von 120 US-Dollar.
Gleichzeitig wächst die Sorge vor steigender Inflation und möglichen Zinserhöhungen. Anleger ziehen sich zunehmend aus riskanteren Positionen zurück und nehmen Gewinne mit, vor allem bei zuvor stark gelaufenen Technologie- und KI-Aktien. Selbst starke Zahlen helfen aktuell kaum: Micron überzeugt operativ deutlich, die Aktie fällt dennoch. Auch im Speichersektor insgesamt kommt es zu breiten Abgaben.
Schwäche zeigt sich ebenfalls bei Alibaba, das mit enttäuschenden Zahlen und einem starken Gewinnrückgang unter Druck gerät. Die hohen Investitionen im KI-Bereich sorgen zusätzlich für Unsicherheit. Parallel geraten auch Rohstoffwerte wie Newmont oder Rio Tinto unter Druck, weil Anleger eine Abschwächung der Weltkonjunktur befürchten.
Zu den wenigen Gewinnern zählen dagegen Energie- und Gaswerte. Unternehmen aus dem LNG-Bereich profitieren massiv von steigenden Gaspreisen und geopolitischer Unsicherheit. Insgesamt bleibt das Marktumfeld angespannt: Hohe Energiepreise, geopolitische Risiken und Zinssorgen dominieren das Geschehen – kurzfristig ist keine klare Entspannung in Sicht.
Martin Weiß, stellvertretender Chefredakteur von DER AKTIONÄR, kennt die Indikationen für den heutigen Handelstag.
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