Gute Gründe für steigende Preise

Gute Gründe für steigende Preise
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DER AKTIONÄR 03.09.2003, 08:44 ‧ DER AKTIONÄR
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Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe ist das Thema Rohstoffe/Edelmetalle. Vor allem Gold und Silber stehen vor einem sensationellen Comeback. Forscht man nach den Gründen, stößt man auf einen ganzen Mix an Argumenten. Das schwerwiegendste dürfte sein, dass bei beiden Edelmetallen eine tiefe Kluft zwischen Angebot und Nachfrage klafft. Allein bei Gold fehlten im letzten Jahr über 550 Tonnen, die durch die Notenbanken ergänzt werden mussten. Hier fiel insbesondere die Schweizer Nationalbank auf, die so genanntes »Überschussgold« von 1.300 Tonnen verkauft hat. Nun streitet man sich in Bern darüber, wie der Erlös aus dem Verkauf verwendet werden soll. Von einem Sonderfonds ist die Rede, aber auch davon, dass das Geld zum Schuldenabbau eingesetzt werden kann. Was die Eidgenossen dabei allerdings verschweigen, ist der Umstand, dass das Gold zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt abgestoßen wurde. In Bezug auf den aktuellen Goldpreis beträgt der Verlust aus den Verkäufen trotz Zinsertrag auf den Erlös 1,4 Milliarden Schweizer Franken. Doch es gibt noch weitere Gründe, die für einen nachhaltig steigenden Goldpreis sprechen. So sorgt eine rasant steigende Geldmenge in Westeuropa und in den USA für Angst vor hohen Inflationsraten. Mit der extremen Ausweitung der Geldmenge wollen die Notenbanken die Welt vor einer globalen Deflationsspirale schützen, so wie wir sie in Japan erleben. Der klassische Schutz vor Inflation heißt aber Gold. Und dann gibt es da noch ein drittes Signal, das aufmerksamen Beobachtern geradezu ins Auge sticht. Die Goldminengesellschaften selbst sind es nämlich, die derzeit als Käufer auf dem Markt auftreten. Sie reduzieren ihre Vorausverkäufe (Hedging), mit denen sie sich in der Vergangenheit gegen einen fallenden Goldpreis abgesichert haben. Allein im zweiten Quartal 2003 verringerten sich die Termingeschäfte um 170 Tonnen Gold. Das hört sich nicht nach viel an, aber in einem Markt, in dem jährlich nur etwas mehr als 3.000 Tonnen zum Verkauf stehen, ist das schon ein erheblicher Posten. Noch viel wichtiger als das reine Zahlenwerk ist aber die psychologische Wirkung. Wenn schon die Profis der Branche nicht mehr mit einem fallenden Goldpreis rechnen, warum soll es dann der Privatanleger?

Ihr Olaf Hordenbach

stellv. Chefredakteur

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