Lithium-Rallye steht kurz bevor – so profitieren Sie!
Foto: Shutterstock
29.11.2019 Fabian Strebin

Commerzbank: Wer will das Tafelsilber?

-%
Commerzbank

Die neue Strategie der Commerzbank kostet viel Geld. Die kalkulierten 1,6 Milliarden Euro, die der Stellenabbau und Investitionen in die Zukunft laut Konzern kosten sollen, will man durch den Verkauf der polnischen Tochter mBank erlösen. Bisher sah es so aus, als ob eine polnische Bank zuschlagen könnte. Nun sollen aber vor allem ausländische Interessenten gesucht werden.

Laut Bloomberg lotet die mBank zusammen mit JPMorgan aus, welche Bieter aus dem europäischen Ausland noch in Frage kommen. Dabei wurden Credit Agricole, die niederländische KBC und die Erste Group aus Österreich genannt. Bisher standen die polnische Versicherung PZU oder die staatliche PKO Bank im Fokus, da Polen eine starke Renationalisierung des Finanzsektors vorgenommen hat. Der Staat ist an verschiedenen Finanzkonzernen beteiligt. Deswegen ist ein Verkauf an einen inländischen Konkurrenten politisch wohl gewollt. Ob der zuletzt genannte Wert von knapp zwei Milliarden Euro dann aber für die mBank erzielt werden kann, ist unsicher.

Bitte nicht!

Insgesamt ist der Verkauf ein Fehler. Mit einer Eigenkapitalrendite von zuletzt 9,2 Prozent war die mBank doppelt so rentabel wie die Mutter. Im letzten Jahr steuerte man rund ein Drittel zum Nettogewinn der Commerzbank bei. Auch das Kosten-Ertrags-Verhältnis, was die effiziente Verwendung der Mittel misst, ist bei der mBank deutlich besser.

Die mBank ist eigentlich das, was die Commerzbank werden muss: Effizient, profitabel und innovativ. Doch sie wird verkauft. Damit erlöst die Bank zwar kurzfristig Einnahmen für den Umbau, aber zukünftige Erträge fallen weg. Langfristig ist somit die Frage, woher die Erträge und Gewinne kommen sollen.

DER AKTIONÄR rät, die Commerzbank links liegen zu lassen. In der Eurozone gibt es bessere Alternativen.

In der aktuellen ePaper-Ausgabe erfahren Sie mehr.
Commerzbank (WKN: CBK100)

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.
Die Geschichten des Geldes

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0