18.12.2014 Alfred Maydorn

JinkoSolar: Von neuen Strafzöllen nicht betroffen - Aktie startet durch

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DAX
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Die Aktie von JinkoSolar kam am Mittwoch zunächst stark unter Druck, nachdem das US-Handelsministerium neue Strafzölle für chinesische Solarmodule bekanntgegeben hatte. Mittlerweile hat sie allerdings wieder Fahrt nach oben aufgenommen. Der Hintergrund dieser plötzlichen Erholung: JinkoSolar muss die Zölle gar nicht zahlen. 

Zusammengerechnet erreichen die neuen Zölle des US-Handelsministeriums bei JinkoSolar über 100 Prozent. So muss JinkoSolar der neuen Verordnung zufolge Anti-Dumping-Zölle von 78,42 Prozent zahlen, hinzu kommen Ausgleichszölle aufgrund der angeblich unangemessenen Subventionen von 38,72 Prozent. 

Entscheidende Einschränkung

Allerdings es gibt bei den neuen Bestimmungen eine entscheidende Einschränkung. Sie gilt nicht für in China gefertigte Solarmodule bei denen auch die verwendeten Solarzellen aus China stammen. Denn hierfür gibt es bereits seit 2012 eine geltende Bestimmung. Die neuen Zöllen gelten ausschließlich für chinesische Solarmodule, bei denen die Solarzellen NICHT in China produziert wurden. 

Da aber JinkoSolar die Solarzellen für seine Module fast zu 100 Prozent selber produziert, gelten die neuen Bestimmungen nicht. Vielmehr kommt eine bereits seit 2012 geltende Zollbestimmung für Module mit in China gefertigten Solarzellen zur Anwendung. Und die sieht für JinkoSolar Anti-Dumping-Zölle von 25,96 Prozent und Subventions-Zölle von 15,24 Prozent vor, also zusammengerechnet lediglich rund 41 Prozent. 

Analysten melden sich zu Wort

Diese Zölle zahlt JinkoSolar bereits seit fast zwei Jahren, die neuen Bestimmungen ändern absolut nichts. Dieser Meinung sind auch einige Analysten. So sagt etwa Boris Kahn von JP Morgan, dass die großen chinesischen Solarkonzerne allesamt über eine interne Zellenproduktion verfügen und somit mit den alten Zöllen belegt werden. Mit ihnen ließen sich auf dem US-Markt weiterhin niedrige einstellige bis niedrige zweistellige Bruttomargen erwirtschaften. 

Exakt der gleichen Auffassung ist auch Mahesh Sanganeria von RBC Capital Markets. Er fügt noch hinzu, dass die chinesischen Hersteller ihre US-Präsenz ohnehin schon stark reduziert haben. Bei JinkoSolar lag der US-Anteil der Umsätze im dritten Quartal 2014 bei nur noch zehn Prozent. 

Aktie vor kräftiger Erholung

Die Aktie von JinkoSolar ist zuletzt gleich doppelt zu Unrecht unter die Räder gekommen. Zunächst durch den fallendem Ölpreis und dann durch die Zölle, die den Konzern ebenfalls nicht betreffen. Eine kräftige Erholung des stark gedrückten Aktienkurses ist mehr als überfällig. 

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