14.12.2016 Fabian Strebin

Deutsche Bank goes digital: Angriff auf Fintechs

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Deutsche Bank
Trendthema

Oft wurde der Deutschen Bank vorgeworfen, sie sei zu ineffizient und habe wichtige Trends verschlafen. Beim Thema Digitalisierung plant der Konzern jetzt aber den Befreiungsschlag, wie die Börsen-Zeitung berichtet. „2016 stand im Zeichen der Entwicklung von Applikationen, 2017 führen wir diese zu einem Ökosystem zusammen“, sagt Markus Pertlwieser, Digitalchef der Bank, gegenüber der Zeitung.

Weitreichende Kooperationen

Die Deutsche Bank will zukünftig Trends früher erkennen können und schneller bei der Umsetzung werden. Deshalb hat der Konzern zusammen mit Fintechs über die firmeneigene Digitalfabrik und die Innovation Labs eine digitale Wertschöpfungskette aufgebaut. „Das Gros der Wertschöpfung liegt nicht bei dem, der die Produkte zur Verfügung stellt. Als Banken befinden wir uns hier an einer strategischen Weggabelung“, so Pertlwieser. Die Deutsche Bank will sich daher als Plattformbetreiber etablieren, um so von der Digitalisierung zu profitieren. Ab April 2017 können Kunden beispielsweise ihr Geld über eine Plattform bei anderen Banken aufs Konto legen. Die Deutsche Bank stellt da Angebot zur Verfügung und tritt als Treuhänder auf.

Tradingchance

Die Deutsche-Bank-Aktie hat in den letzten Tagen deutlich Boden gut gemacht, die Entwicklung im Digitalgeschäft ist positiv zu werten. Günstig ist auch, dass die Märkte die Kapitalerhöhung und die neue Strategie der Unicredit gestern gut aufgenommen haben. Eine italienische Bankenkrise scheint vorerst unwahrscheinlich. Bei der Deutschen Bank sorgt die drohende Milliardenstrafe in den USA dagegen noch für Risiken. Trader können auf eine weitere Aufwärtsbewegung und den Bruch des Widerstandes bei 18,70 Euro setzen. Das erste Kursziel lautet dann 22,00 Euro, zur Sicherheit sollte ein enger Stopp gesetzt werden. Konservative Anleger lassen dagegen die Finger von der Aktie.