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12.07.2016 Werner Sperber

Bernecker: Lügen und trotzdem jetzt auf Banken spekulieren

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Deutsche Bank

Die Actien-Börse Daily unterscheidet zwischen Staatskrisen, die Griechenland betreffen soll, und Bankenkrisen, wie der in Italien. Dazu würden auch blanke politische Lügen gehören: „Spanien und Portugal können ihre Defizite nicht decken und müssen bestraft werden. Das passiert natürlich nicht und dafür gibt es symbolische Sanktionen. Damit sind die Maastricht-Kriterien aufgehoben und eine weitere Lüge ist abgehakt. Das Lamento gegen Staatshilfen für Banken, wie von Eurogruppenchef Dijsselbloem vorgetragen, ist selbstverständlich ebenfalls politisch gut gemeint, aber es riecht nach einer politischen Lüge.“

Ernsthafter sei die Initiative des deutschen Bankenverbandes und des BDI. Diese Lobby-Organisationen weisen auf Gefahr für die Finanzierung von Unternehmen hin, für welche die Regulierung der Banken verantwortlich sei. „Es ist ein Anfang, aber wohl wegweisend: Das System der Bankenregulierung und der Kontrolle wackelt.“ Die Actien-Börse Daily beginnt deshalb eine neue Spekulation auf Banken. Spekulation bedeutet: „Die kurzfristigen Abschläge als unmittelbare Folge des Brexit werden ausgeglichen. Darin liegt eine kurze Kurschance, mehr vorerst nicht.“

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0