ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Ein riskanter Poker - das wird richtig eng

Die Stahlfusion zwischen ThyssenKrupp und Tata Steel steht weiter auf der Kippe. Beide Unternehmen wollen zwar gewisse Zugeständnisse an die EU-Kommission machen, um den Zusammenschluss zu retten. Allerdings soll das Entgegenkommen nicht zu weit gehen – es bleibt weiterhin offen, ob der Poker aufgeht.

Wenn die Wettbewerbshüter die eingereichten Vorschläge als unzureichend bezeichnen, gebe es nur wenig Spielraum für Nachbesserungen, zitiert Reuters einen Insider. Zu „wirtschaftlichem Unsinn“ seien ThyssenKrupp und Tata demnach nicht bereit. Mit den jetzigen Vorschlägen, die unter anderem den Verkauf von Anlagen in Spanien, Großbritannien und Belgien vorsehen, seien die geplanten Synergieeffekte noch möglich.

ThyssenKrupp-Chef Guido Kerkhoff erklärte, dass er die Stahlfusion nicht um jeden Preis durchdrücken will. „Unsere Vorschläge decken aus unserer Sicht alle von der Kommission vorgetragenen Bedenken ab”, so Kerkhoff in einer Stellungnahme des Konzerns. Sie seien weitreichend und stellten ein substanzielles Entgegenkommen dar. „Gleichzeitig ist es für die Joint Venture-Partner akzeptabel und kein Risiko für die industrielle Logik des Gemeinschaftsunternehmens.“

Noch abwarten

ThyssenKrupp hat Recht, nicht zu weitreichende Zugeständnisse zu machen. Doch die EU-Kommission hat bei Siemens und Alstom gezeigt, dass sie es ernst meint. Ein Scheitern der Fusion wäre dennoch ein Rückschlag, hohes Synergiepotenzial ginge verloren. Die Aktie notiert weiter knapp unter ihren Tiefstständen. Ein weiterer Abverkauf erscheint unwahrscheinlich. Doch für einen Neueinstieg bleiben die Risiken noch zu groß. Watchlist!

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