Daimler
- Matthias J. Kapfer - Werkstudent

Daimler: Der alte Neue an der Führungsspitze

Der Stuttgarter Autobauer Daimler treibt den Personalumbau weiter voran. Mit dem baldigen Abgang des Finanzvorstandes Bodo Uebber steht seit Längerem die Frage nach einem geeigneten Nachfolger im Raum. Während lange Zeit eine interne Lösung als sicher galt, kommt nun ein alter Bekannter als neuer CFO in den Konzern zurück.

Neuer Finanzvorstand

Die Zukunft von Finanzvorstand Bodo Uebber entschied sich im Herbst vergangenen Jahres auf dem Pariser Autosalon. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche verkündete mit seinem Abgang von der Unternehmensspitze auch seinen Nachfolger. Im Rennen waren neben Bodo Uebber auch Ola Källenius.

Am Ende wurde der Schwede Källenius als neuer Daimler-Chef auserkoren – Uebber warf in Folge der Entscheidung seine Ambitionen für eine Vertragsverlängerung hin und gab sein Ausscheiden aus dem Konzern bekannt. Über vier Monate später ist nun endlich ein Nachfolger für Uebber gefunden.

Harald Wilhelm heißt der Mann, der den Stuttgarter Autobauer künftig in Sachen Finanzen leiten soll. Vor seiner Karriere beim europäischen Flugzeugbauer Airbus war der 52-jährige Münchner bei der ehemaligen Daimler-Tochter DaimlerChrysler Aerospace tätig. Die Reaktionen auf die Neubesetzung fallen im Konzern durchaus positiv aus.

In den Augen von Aufsichtsratschef Manfred Bischoff sei Wilhelm ein „erfolgreicher Finanzvorstand mit einem ausgezeichneten Ruf am Kapitalmarkt und [bringe] viel Erfahrung in einem renommierten internationalen Unternehmen [mit]“.

Neues Duo: Källenius & Wilhelm

Ab Mai wird sich dann zeigen wie das neue Führungsduo aus Ola Källenius (CEO) und Harald Wilhelm (CFO) arbeiten wird. Mit Dieter Zetsche und Bodo Uebber verliert Daimler sehr erfahrene Manager. Doch bleibt festzuhalten, dass der bisherige CEO Zetsche dem Konzern ab 2021 als Aufsichtsratsvorsitzender erhalten bleiben soll.

Auf die beiden neuen Manager kommt eine Menge Arbeit zu – Elektromobilität, selbst fahrende Autos oder auch die Fertigung von Batterien. Und auch die schwächelnden Absatzzahlen im größten Automarkt China belasten die Zukunftsaussicht der Schwaben. Der Prozess der Wandlung vom Verbrenner hin zur Elektromobilität kann aber natürlich nicht von heute auf morgen stattfinden.

Dividende als Trostpflaster

Neben der Vorstellung der beiden neuen Vorstände steht im Mai auf der Hauptversammlung auch die Dividende des Konzerns im Fokus. Daimler befindet sich in dieser Hinsicht unangefochten auf dem Platz 1 im DAX. Mit 3,25 Euro pro Anteilsschein summiert sich die Dividendenrendite auf stolze 6,1 Prozent.

Dennoch sollten Anleger sich nicht von der Dividende blenden lassen. Die Unsicherheiten bei Daimler sind groß. An die hohe Taktfrequenz der Konkurrenz in Sachen Elektromobilität, insbesondere durch den Volkswagen-Konzern, kommen die Stuttgarter nicht heran. Zudem ist der Daimler-Chart nach wie vor angeschlagen. Ein Kaufsignal würde sich erst ergeben, wenn das Papier den seit einem Jahr anhaltenden Abwärtstrend bei 52,90 Euro nach oben verlässt.

Wer unbedingt in den Autosektor investieren möchte, der ist derzeit mit Geely oder BYD besser aufgehoben. Wer auf einen reinen Hersteller von Elektroautos setzen will, für den ist NIO überaus spannend, wenngleich die Titel weitaus spekulativer einzuordnen sind als Daimler-Aktien.

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| Jochen Kauper | 0 Kommentare

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