24.10.2019 Fabian Strebin

Commerzbank: Eine europäische Cloud muss her!

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Die Commerzbank will digitaler werden und sich nach eigener Aussage zu einem Technologiekonzern wandeln. Dabei spielt die Cloud eine wichtige Rolle, denn Angebote können schneller entwickelt werden und Daten analysiert werden. Doch Anbieter sitzen allesamt in den USA und China und lassen beim Umgang mit den Daten oft europäische Standards vermissen. Die Commerzbank will das jetzt ändern.

Die zweitgrößte deutsche Privatbank hat eine Cloud-Initiative auf den Weg gebracht. Commerzbank-Manager Kerem Tomak sagte gestern bei einer Pressekonferenz in Frankfurt: „Wir müssen eine Gemeinschaft entwickeln, die mit einer Stimme mit den Cloud-Anbietern spricht“. Die Commerzbank hat die Risikochefs mehrere Banken, die EU-Kommission, Regulierer und den Weltbankenverband IIF zu einem Treffen in der Konzernzentrale am 25. November eingeladen.

Bisher hat die Commerzbank mit Google und Microsoft eine Zusammenarbeit im Cloud-Geschäft. Tomak erklärt aber, dass alle Daten zweifach verschlüsselt seien und ausschließlich in europäischen Rechenzentren gespeichert werden dürften. Zudem habe die Commerzbank das Recht, die Rechenzentren zu kontrollieren. „Wir besuchen die Rechenzentren regelmäßig mit unseren Kontrolleuren und der Finanzaufsicht Bafin, um sicherzustellen, dass alles so abläuft, wie die Regulierer es sich vorstellen“.

Die Commerzbank hat sich generell mit ihrer neuen Strategie auf die Fahnen geschrieben, durch „die verstärkte Nutzung von Daten, die individuell zugeschnittene Produkte und Services ermöglicht“, zusätzliche Ertragspotenziale zu erschließen.

Die Initiative für eine europäische Cloud ist sicher eine gute Sache. Fraglich ist jedoch, ob es dafür nicht schon zu spät ist. Denn die Dominanz der amerikanischen und chinesischen Anbieter ist mittlerweile übermächtig. Fraglich ist auch, ob die Commerzbank sich hier nicht verzettelt, denn sie hat ganz andere Probleme als die Frage, wo ihre Daten liegen.

Die neue Strategie soll, wenn sie aufgeht, eine Eigenkapitalrendite von vier Prozent liefern. Damit kann keine Bank profitabel agieren. Somit bleibt weiterhin die Frage, wie die Bank in Zukunft Geld verdienen will.

Commerzbank (WKN: CBK100)