9 Aktien abseits von BioNTech, Apple und Amazon!
Foto: Börsenmedien AG
25.01.2019 Fabian Strebin

Commerzbank und Deutsche Bank: Steht die Fusion kurz bevor?

-%
Commerzbank

Immer wieder keimen Spekulationen über eine Fusion der Commerzbank mit der Deutschen Bank auf. Zuletzt wurde bekannt, dass sich Vertreter des Bundesfinanzministeriums im vergangenen Jahr wiederholt mit Deutsche-Bank-Managern getroffen haben. Doch das war offenbar nicht alles.

Auch mit Leuten vom US-Finanzinvestor Cerberus bestand enger Kontakt. Das ist deshalb besonders interessant, weil Cerberus sowohl bei Deutscher Bank, als auch bei Commerzbank einer der Großaktionäre ist. Damit verstärkt sich das Bild, dass der Bund hinter den Kulissen eine Fusion vorantreibt, auch wenn viele Investoren und Experten Zweifel plagen, ob man aus zwei Kranken einen nationalen Champion machen kann.

Noch ein Jahr Zeit?

Analyst Markus Rießelmann von Independent Research sagt gegenüber der Berliner Morgenpost, dass „offensichtlich etwas dran“ sei an den Fusionsgerüchten. Wahrscheinlich gewähre man den beiden Banken noch ein Jahr Zeit zur Umstrukturierung. Denn beide Konzerne befinden sich im Umbau. Ist die Trendwende im Investmentbanking der Deutschen Bank dann nicht geschafft, dürfte der Bund einen Zusammenschluss wohl stärker vorantreiben.

Theoretisch machbar

Auf dem Papier rechnet sich eine Fusion zumindest. Nach hohen Anlaufkosten könnte viel Geld gespart werden, vor allem in der Zentrale, wo wohl Zehntausende Stellen wegfallen würden. Die Experten von Morgan Stanley erwarten, dass „mindestens 30 Prozent der Kostenbasis der Commerzbank“ eingespart werden könnten. Ab 2022 könnte eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von acht Prozent verdient werden, was den Kapitalkosten entspricht. Wichtiger sind aber noch die politischen Motive: Die deutschen Unternehmen sollen nicht von amerikanischen oder chinesischen Banken abhängig sein.

Aktie meiden

Die Politik hat ein vitales Interesse an einer starken deutschen Bank. Die wiederholten Fusionsgerüchte konnten aber immer nur für eine kurze Erholung bei der Commerzbank sorgen. Denn operativ läuft es für eine nachhaltige Erholung einfach zu schlecht. In den ersten neun Monaten 2018 brach der operative Gewinn bereits um 30 Prozent ein. Wie das Gesamtjahr verlaufen ist, wird sich am 14. Februar zeigen. Derzeit sollte von einem Investment Abstand genommen werden.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.
Die Geschichten des Geldes

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0