10.05.2017 Fabian Strebin

Commerzbank: So will Zielke profitabler werden!

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Commerzbank
Trendthema

Die Commerzbank hat im Auftaktquartal ein höheres Ergebnis erzielt als erwartet. Die niedrigen Zinsen bremsen die Bank jedoch weiterhin. Vorstandsvorsitzender Martin Zielke sagt: „Es wird noch Zeit brauchen, bis unser Wachstum die Belastungen aus dem negativen Zinsumfeld deutlich übertreffen wird“. Bis zum Jahr 2020 sollen netto 7.300 Mitarbeiter gehen, um so die Kosten zu drücken.

Wie viele Angestellte ihren Arbeitsplatz verlieren, war schon länger bekannt. Jetzt kommt ans Licht, wo hauptsächlich gestrichen werden soll. Laut Handelsblatt bleiben die Tochterunternehmen Comdirect und Commerz Real verschont. Die Firmenkundensparte wird jedoch umso härter getroffen: Jeder dritte Mitarbeiter soll gehen. Im Privatkundensegment fallen nur 7,5 Prozent der Arbeitsplätze weg.

Verwaltung soll schrumpfen

Ein Teil des Abbaus erklärt sich aus dem Zusammenschluss der Mittelstandsbank mit der Kapitalmarktsparte. Die meisten Stellen sollen allerdings in der Verwaltung wegfallen. Die Kundenberater der Firmenkundensparte müssen sich dagegen wohl kaum Sorgen machen. Bankintern heißt es: „Vom Vertrieb lassen wir die Finger“.

Routineaufgaben in der Verwaltung plant die Bank zukünftig stark zu automatisieren. Im Bereich „Big Data/Advanced Analytics“ sollen deshalb 100 neue Stellen entstehen. Die Commerzbank will in den kommenden Jahren die Kostenquote durch Einsparungen und mehr Effizienz von aktuell 78,3 Prozent auf höchstens 66 Prozent drücken.

Zugreifen

Die positiven Zahlen zum abgelaufenen Quartal zeigen: Vorstandsvorsitzender Martin Zielke kann erste Früchte des Konzernumbaus ernten. Jetzt gilt es, Kurs zu halten. Die Bank hat mit der auf 12,5 Prozent gestiegenen harten Kernkapitalquote mehr Flexibilität für die weiteren Umbaumaßnahmen. Charttechnisch ist der Weg für zweistellige Kurse frei. Deutet die Europäische Zentralbank im Sommer eine Änderung der Zinspolitik an, sollte die Notierung weiteren Rückenwind erhalten. DER AKTIONÄR sieht noch Aufwärtspotenzial bei der Aktie bis 12,50 Euro. Anleger sollten einen Stopp bei 7,00 Euro setzen.