Pandemie, Ukraine-Krieg, Strafzölle. Hinter der Chemie-Industrie liegen knifflige Jahre. Darüber hinaus muss der Sektor verstärkt in Nachhaltigkeit investieren, um steigenden Kosten durch EU-Vorschriften wie den Treibhausgas-Zertifikate-Handel in den Griff zu bekommen. BASF und Co erhalten nun Rückendeckung von Umweltminister Carsten Schneider (SPD).
Der Minister macht Druck in Brüssel, dass die leidgeprüfte Chemie-Industrie mehr kostenlose Treibhausgas-Zertifikate bekommt als geplant. "Die Chemiebranche steht unter internationalem Druck und das nehmen wir ernst", sagte der SPD-Politiker. Nötig seien kurzfristig "realistischere Maßstäbe für die Zuteilung kostenloser Emissionsrechte". "Das kann ein Beitrag zur Entlastung der Chemieindustrie werden, darf aber nicht der einzige Schritt bleiben", so Schneider.
Der Emissionshandel gilt als wichtigstes Klimaschutz-Instrument der EU. Große Unternehmen, die Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel verkaufen, müssen je nach ausgestoßenem CO2 Emissionszertifikate vorweisen. Politisch wird eine Obergrenze dafür festgelegt, die über die Jahre sinkt. Dies soll zu mehr Klimaschutz führen.
Die Zertifikate werden versteigert, viele Industrieunternehmen bekommen einen Teil ihrer Zertifikate aktuell aber noch kostenfrei. So will man unter anderem verhindern, dass emissionsintensive Industrien in andere Länder verlagert werden. Die kostenlose Zuteilung soll jedoch schrittweise auslaufen.
Schneider betonte, der Emissionshandel funktioniere gut. "Er verbindet erfolgreich Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke - und das soll auch so bleiben." Die Rahmenbedingungen müssten aber so gestaltet werden, dass Deutschland und Europa starke Chemiestandorte blieben. An der Gesamtzahl der vergebenen CO2-Zertifikate soll sich nichts ändern.
Der Umweltminister will BASF und Co also unter die Arme greifen. Beim Chemie-Riesen aus Ludwigshafen hat sich zuletzt ohnehin die charttechnische Verfassung nach einer mehrmonatigen Konsolidierungsbewegung verbessert.
Mehr kostenlose Treibhausgas-Zertifikate würden der Chemie-Branche klar in die Karten spielen. Bei der BASF-Aktie hat sich die charttechnische Verfassung zuletzt ohnehin merklich verbessert. Eine aktuelle Einschätzung zum DAX-Titel lesen Sie in der aktuellen AKTIONÄR-Ausgabe, die hier bequem als Download zur Verfügung steht.
Enthält Material von dpa-AFX
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Heute, 11:28