Bis Anfang 2024 war Super Micro Computer der Inbegriff des KI-Highflyers. Doch Vorwürfe der Bilanzmanipulation und ein deutlich schwächer als erhofftes Wachstum haben bei der Aktie für einen drastischen Absturz gesorgt. Zuletzt hat sich die Lage zwar beruhigt, Goldman Sachs sieht aber weiter Risiken und bleibt vorsichtig.
An der Wall Street verliert die Super-Micro-Aktie am Dienstag rund sechs Prozent. Die grundsätzlich starke Positionierung des Konzerns im Bereich KI-Server wird angesichts der Bedenken hinsichtlich der Margen und des Wettbewerbs mehr als aufgewogen.
Goldman-Analystin Katherine Murphy nahm Super Micro nun neu in die Bewertung auf, sieht das Kursziel aber lediglich bei 26 Dollar und rät deshalb „Sell“. Grundsätzlich sei der Konzern mit seiner Technologie und dem Fokus auf eine schnelle Markteinführung zwar gut für den Ausbau einer großen KI-Infrastruktur aufgestellt. Doch die Profitabilität sei das Hauptrisiko.
Es bestehe nur eine begrenzte Visibilität bei der Margensteigerung, so Murphy. Der Wettbewerb durch die OEMs (Originalgerätehersteller) und ODMs (Originaldesignhersteller) werde größer und die Inputkosten höher. Super Micro strebe deshalb weiter große und margenschwache Übernahmen an, welche die Margen in den vergangenen drei Jahren bereits halbiert hätten. Der Konzern will die Kapazitäten für Fertigung und Flüssigkühlung ausbauen, um auch KI-Rechenzentren, die auf der neuen Vera-Rubin-Generation von Nvidia basieren, zu unterstützen.
Ein weiteres Problem: Super Micro macht den Großteil seines Umsatzes nur mit wenigen Kunden und ist deshalb stark von diesen abhängig. Die Folge ist eine geringe Preissetzungsmacht.
Super Micro hat schwierige Jahre hinter sich. Bilanzvorwürfe und Delisting-Gefahr sind zwar Vergangenheit. Doch das bedeutet nicht, dass die Aktie wieder zum Highflyer vergangener Tage wird. DER AKTIONÄR sieht wie Goldman hohe Wettbewerbs- und Margenrisiken und setzt im KI-Bereich deshalb auf andere Werte wie Micron oder Lam Research.
Heute, 21:28