Volkswagen
- Jan Heusinger

VW: Massiver Stellenabbau soll Elektroautos finanzieren

Der Umbau des Volkswagen-Konzerns geht weiter. Wie das Unternehmen gestern bekanntgab, sollen in den nächsten fünf Jahren bis zu 7.000 Stellen bei der Kernmarke gestrichen werden. Auch durch die Einsparungen dürfte bis 2023 ein Gewinnsprung von 5,9 Milliarden Euro jährlich erreicht werden. Das Geld kann das Unternehmen gut für die kostenintensive Elektro-Offensive brauchen.

Die Stellen sollen nach Unternehmensangaben in der Verwaltung wegfallen, indem Routineaufgaben automatisiert werden. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll allerdings verzichtet werden. Bereits im Herbst 2016 hat VW ein großes Sparprogramm gestartet, welches bis Ende 2020 läuft. Dieses sieht einen weltweiten Abbau von 30.000 Stellen vor (davon 23.000 in Deutschland). Dafür sollen im Gegenzug 9.000 neue Stellen in diversen Zukunftsbereichen wie Softwareentwicklung neu entstehen.  Bislang hat Volkswagen in diesem Rahmen 6.300 Stellen abgebaut. Mit den bisherigen Maßnahmen habe man bereits viel erreicht, so der VW-Manager Ralf Brandstätter, „aber wir müssen noch deutlich mehr tun, um die anstehenden Herausforderungen auch in der Zeit nach 2020 zu bewältigen.“

Riesige Elektro-Offensive

Was Brandstätter damit meint, ist klar: Der Schwenk weg vom Verbrenner hin zum Elektroauto. Für die groß angelegte Elektro-Offensive brauchen die Wolfsburger jeden Cent, denn das Unternehmen steckt über 44 Milliarden Euro in neue Antriebsformen und Mobilitätsdienste. Am Rande der Vorstellung der Jahresbilanz am Dienstag kündigte VW-Chef Herbert Diess 70 neue E-Modelle in den nächsten zehn Jahren an.

Umsatzrendite verbessern

Diess kam 2015 vom Konkurrenten BMW, um die Kernmarke der VW-Gruppe auf Vordermann zu bringen. Insbesondere die schwache Umsatzrendite, also der Anteil der am Ende vom Umsatz übrig bleibt, machte Anlegern sorgen. Die geringe Profitabilität soll durch die Kosteneinsparungen verbessert werden. Bis 2022 sollen sechs Prozent des Umsatz als Gewinn übrig bleiben, vergangenes Jahr waren es lediglich knapp vier Prozent. „[Die Umsatzrendite] genügt nach wie vor nicht unseren Ansprüchen. Vor allem nicht im Vergleich zum Wettbewerb“, so Brandstätter.

 Nettoertragsmarge 2018Eigenkapitalrendite 2018Ebit-Marge 2018KGV 19e
Daimler 4,33 11,28 9,9 7
BMW 8,74 17,03 (2017) 18,3 7
VW 5,15 11,69 15,4 5

200-Tage-Linie nicht verteidigt

Vor Kurzem hat die VW-Aktie mit dem Sprung über die 200-Tage-Linie ein Kaufsignal generiert. Die Marke konnte allerdings nicht verteidigt werden. Aktuell notiert die Aktie knapp darunter. Gelingt eine nachhaltige Überwindung, können Anleger auf eine weitere Erholung spekulieren.

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