Volkswagen
- Jochen Kauper - Redakteur

VW schraubt die Zahl seiner Elektromodelle nach oben – Tesla muss aufpassen!

Angetrieben davon, das Diesel-Dilemma und die Fehler bei der WLTP-Geschichte so schnell wie möglich wieder gut zu machen, sucht Volkswagen sein Glück in einer groß angelegten Elektro-Offensive. Herbert Diess und sein Team setzen die E-Strategie so konsequent wie keine anderer deutscher Autobauer um. Über 44 Milliarden Euro stecken die Wolfsburger in neue Antriebsformen und Mobilitätstdienste. Nur die Anleger schauen in die Röhre.
Am Rande der Vorstellung der Jahresbilanz am Dienstag kündigte VW-Chef Herbert Diess 70 neue E-Modelle in den nächsten zehn Jahren an. Bislang war nur von 50 neuen Stromern die Rede.


MEB als Standard?
Damit nicht genug: Bislang lautete das Ziel 15 Millionen Elektroautos auf der Plattform des modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB) zu bauen. Auch dieses Ziel schraubte Diess auf 22 Millionen Elektroflitzer nach oben.
Der MEB soll auch anderen Herstellern zugänglich sein. Inwieweit diese darauf zurückgreifen, ist fraglich. Fakt ist: Volkswagen will seinen MEB, sprich seine Bauteile, als einen Standard aufbauen. Diess betonte weiter, dass das beste Mittel gegen den Klimawandel die Fokussierung auf Batterieautos sei. Diese hätten darüber hinaus im Vergleich zu anderen Antrieben wie etwa Wasserstoff, die beste Effizienz. Für Diess gibt es neben den E-Autos keine andere Alternative.

E-Autos, Wasserstoff, Verbrenner und Hybride
DER AKTIONÄR sieht das etwas anders. Fakt ist, dass die Autobauer die Elektroautos brauchen, um die zukünftigen CO2-Ziele einzuhalten. Ansonsten drohen saftige Strafen. Auch wird es in 15 oder 20 Jahren nicht nur die eine Antriebsform wie etwa die Elektromobilität geben. Es wird sicherlich noch Verbrenner geben oder sicherlich auch Wasserstoffautos und Hybride. Was das Thema Wasserstoff betrifft, so ist zum Beispiel die Firma Nel aus Norwegen ein hochinteressanter Player, die mit Nikola Motos zusammenarbeitet.

Herausforderer Tesla aufgepasst
Diess macht ernst. VW geht das Thema E-Mobilität wie kein zweiter deutscher Autobauer konsequent an. Die letzten Deals sind richtig und zielführend wie zum Beispiel mit Baidu, Microsoft, SK Innovation und WirelessCar.
Für VW wird es sicherlich schwierig, mit dem Swing Richtung E-Mobility die Milliardengewinne der letzten Jahre zu halten. Auf der anderen Seite müssen sich Herausforderer in Sachen E-Autos wie Tesla anschnallen. VW wird in diesem Segment nicht kleckern sondern klotzen.

Wichtige Chartmarken
Es bleibt dabei: Die VW-Aktie ist vor Kurzem mit dem Sprung über die wichtige 200-Tage-Linie ein Kaufsignal gelungen. Zuletzt hat das Papier auf dieses Ausbruchsniveau zurückgesetzt. Es gilt nun, diese wichtige Marke zu verteidigen. Gelingt dies, wartet die nächste wichtige Hürde im Bereich von 160 Euro. Anleger, die auf eine weitere Erholung spekulieren wollen, sollten ihre Position in jedem Fall mit einem Stopp absichern. Sollte das Papier wieder unter die Unterstützung zurückfallen, könnte es durchaus zu einem Rücksetzer bis in den Bereich von 137 Euro kommen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema: