United Internet
- Michael Schröder - Redakteur

United Internet: Feuer frei auf allen Ebenen

Hohes Wachstum, günstige Bewertung und einiges an Sonderfantasie bilden bei United Internet das Fundament für steigende Kurse. Den jüngsten Kursrücksetzer hat die Aktie von United Internet gut verdaut. Mit dem nachhaltigen Sprung über die 44-Euro-Marke würde ein neues Kaufsignal generiert. Analysten sehen deutliches Kurspotenzial.

Die Chart-Ampel steht bei United Internet derzeit zwar noch auf Gelb. Fundamental stehen dagegen bei dem Internetdienstleister mit den Marken 1&1, GMX und Web.de die Zeichen auf Wachstum. Neben der Übernahme des Glasfasernetz-Betreibers Versatel profitiert der Konzern von der stetig steigenden Kundenzahl. Beim Umsatz ging es im ersten Halbjahr um 27 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro nach oben. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 48 Prozent auf 351 Millionen Euro. Auch wenn Analysten hier etwas mehr erwartet hatten, sollten die bis zum Jahresende angestrebten rund 770 Millionen Euro erreicht werden. Bei einem Umsatz von 3,7 Milliarden Euro prognostiziert DER AKTIONÄR einen Gewinn je Aktie von 1,87 Euro.

Neben Wachstum und Bewertung hat Vorstand Ralph Dommermuth aber noch einen Trumpf im Ärmel, den er bald ausspielen könnte. Der Firmenlenker baut derzeit sein Webhosting-Geschäft aus, um im Anschluss die gesamte Business-Applications-Sparte mit den Anwendungen für Geschäftskunden an die Börse zu bringen. DER AKTIONÄR ist überzeugt: Die Verschlankung des Geschäftsportfolios würde sich enorm wertsteigernd auswirken. Den Anteil von 20 Prozent am Mobilfunkprovider Drillisch will Dommermuth dagegen nicht bedeutend aufstocken.

Mit einem 2016er-KGV von 19 ist der stark wachsende Internetkonzern keinesfalls zu teuer. Daher dürfte die Chart-Ampel schon bald wieder auf Grün springen. Mit dem nachhaltigen Sprung über die 44-Euro-Marke würde ein neues Kaufsignal generiert. Das Jahreshoch bei 48 Euro dürfte im Anschluss nur ein Zwischenziel auf dem Weg zur 50-Euro-Marke sein. Der Börsengang des Geschäftskunden-Segments sorgt für zusätzliche Fantasie.


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