ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp: „Wir haben viel erreicht“

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger sieht den angeschlagenen Industriekonzern trotz anhaltender Verluste auf dem richtigen Kurs. „In den vergangenen zweieinhalb Jahren haben wir auf dem Weg der Erneuerung schon viel erreicht“, sagte Hiesinger während der Hauptversammlung. Das zurückliegende Geschäftsjahr 2012/2013 hatte der Konzern mit einem Verlust von rund 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen.

„Wer nicht nur auf den Jahresfehlbetrag schaut, sondern alle wichtigen operativen Kennzahlen des Unternehmens im Blick hat, der wird feststellen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und messbare Erfolge erzielt haben“, sagte Hiesinger. Die Umsetzung könne jedoch nur in mehreren Schritten erreicht werden und hinterlasse tiefe Spuren in den Finanzkennzahlen. Das Unternehmen stecke mitten im größten Konzernumbau seit der Fusion von Thyssen und Krupp im Jahr 1999. Dafür bat er die Aktionäre um Geduld.

An die große Tradition anknüpfen


„Am Ende der grundlegenden Erneuerung des Unternehmens soll und wird ein ThyssenKrupp-Konzern stehen, der auf ganz neue Weise an die große Tradition anknüpft und alte Tugenden mit neuem Leben erfüllt“, versprach Hiesinger. „Wir müssen und wir werden ThyssenKrupp wieder zu einem erfolgreichen Unternehmen machen, das kontinuierlich Gewinne erwirtschaftet.“

Der Konzernchef räumte ein, dass Fehlentwicklungen aus der Vergangenheit wie etwa die Investitionen in Übersee-Stahlwerke „bleischwer“ auf dem Unternehmen lasteten. „Natürlich hätten wir uns gewünscht, die Themen Edelstahl und Steel Americas in einem einzigen Schritt abschließend zu regeln.“ Dem Vorstand komme es aber darauf an, tragfähige Lösungen für alle Großbaustellen zu finden. „Wir wollen Werte erhalten, nicht vernichten.“ 

Die Anleger fassen offensichtlich auch wieder Mut. Die Aktie von ThyssenKrupp steigt heute deutlich. Aus charttechnischer Sicht ist der Widerstand bei 19,70 Euro von Bedeutung. Gelingt der Ausbruch, würde die Aktie ein Kaufsignal generieren. Bis dahin bleibt das Papier eine Halteposition.

(mit Material von dpa-AFX)

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