ThyssenKrupp
- Michael Schröder - Redakteur

Stahlharter Turnaround: So wird ThyssenKrupp zur Gewinnmaschine

Nach erfolgreichem Turnaround steht bei ThyssenKrupp in den nächsten Jahren ein satter Gewinnsprung ins Haus. Mit dem Sprung über den massiven Widerstand bei 22,65 Euro hat sich aus das Chartbild deutlich verbessert. Anleger mit Weitblick nutzen die laufende Konsolidierung zum Kauf.


ThyssenKrupp treibt den Wandel weiter voran. Der Vorstand will in den Industriesparten mit Aufzügen, Teilen und Anlagen stark wachsen. Dafür wird das Engagement im Stahlsektor heruntergefahren. Zudem tritt der Konzern hier auf die Kostenbremse. Das Einsparziel des eingeleiteten Sparprogramms wurde auf 600 Millionen Euro erhöht. Die Stahlsparte leidet unter Preisdruck, Überkapazitäten und einer schwächelnden Nachfrage.
Die eingeleiteten Maßnahmen des Stahl- und Technologiekonzerns zeigen erste Wirkung. Es geht wirtschaftlich wieder aufwärts. Der Konzern habe „gewaltige Schritte nach vorn“ gemacht in Bereichen, wo vor einigen Jahren noch „gewaltige Fragezeichen“ gewesen seien, so Finanzchef Guido Kerkhoff.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2014/15 ist der Umsatz um elf Prozent auf zehn Milliarden Euro gestiegen. Das bereinigte EBIT kletterte im fortgeführten Geschäft sogar um knapp 30 Prozent auf 317 Millionen Euro. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter erreichte mit rund 50 Millionen Euro ebenfalls wieder den grünen Bereich. Hier stand im Vorjahr noch ein Verlust in Höhe von 65 Millionen Euro zu Buche. Schaut man genauer hin, wird klar: Im Auftaktquartal haben fünf der sechs Sparten einen Anstieg des operativen Ergebnisses verzeichnet. Einzig bei den „Material Services“ kam es aufgrund eines Streiks in einem italienischen Edelstahlwerk zu einem Rückgang. Der Auftragseingang ist im Q1 dagegen um fünf Prozent auf rund zehn Milliarden Euro zurückgegangen, was aber an einem großen U-Boot-Großauftrag im Vorjahr lag. Hier zieht die Kieler Werft „ThyssenKrupp Marine Systems“ aber bereits wieder in einen internationalen Wettstreit um einen Milliardenauftrag zum Bau neuer U-Boote für Australien ins Rennen.

Für das Gesamtjahr kündigte Kerkhoff eine „deutliche Verbesserung“ des Jahresüberschusses an. Nach drei Jahren mit Milliardenverlusten hatte der Konzern im Jahr 2013/14 erstmals wieder ein Plus in Höhe von 0,38 Euro je Aktie verbuchen können. DER AKIONÄR erwartet im laufenden Geschäftsjahr einen Gewinnanstieg auf 0,94 Euro je Aktie. Zwölf Monate später könnte bei einem Umsatz von über 44 Milliarden Euro bereits 1,46 Euro je Aktie zu Buche stehen. Daraus resultiert ein 2016er-KGV von 17.

Der Vorstand hat bisher an den richtigen Stellschrauben gedreht. Bekommt er die Kosten im Stahlgeschäft weiter in den Griff und setzt sich das Wachstum in den Industriesparten fort, dürfte die Aktie mit dem satten Gewinnanstieg ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Das nächste Kursziel liegt bei 28,00 Euro. ein Stopp bei 21,50 Euro sichert ab.

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