Tele Columbus
- Michael Schröder - Redakteur

Spekulationen um Tele Columbus: Was macht United Internet?

Die Aktie von Tele Columbus kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach Veränderungen im Vorstand, dem Abschied einzelner Großaktionäre, anhaltenden Problemen bei der Integration von übernommenen Wettbewerbern und zwei Gewinnwarnungen ist die Aktie deutlich unter die Räder gekommen. Ein finanzieller Kollaps scheint zwar vom Tisch. Dennoch bleibt eine Gegenbewegung der Aktie aus. Diese könnte nun durch wieder aufkeimende Übernahmespekulationen starten.

Nachdem Tele Columbus im Sommer die Veröffentlichung der Q2-Zahlen verschoben hatte, wurden in Finanzkreisen hohe Firmenwertabschreibungen auf die Übernahmen der Wettbewerber Primacom und Pepcom aus dem Jahr 2015 befürchtet. Selbst eine mögliche Verletzung von Kreditbedingungen stand dabei im Raum. So weit ist es aber nicht gekommen. Tele Columbus hat seine Prognose zwar erneut gesenkt, die Umsatz- und Gewinnwarnung fiel jedoch nicht so schlimm aus wie von Investoren im Vorfeld befürchtet. Laut den Analysten der Commerzbank könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass Deutschlands drittgrößter Kabelnetzbetreiber mit eigenem bundesweitem Netz weiter Geld verbrenne und eventuell Liquiditätsengpässe auftreten könnten.

Seit dem Kurssturz Mitte August pendelt die Aktie in einer Range zwischen 2,50 und 2,85 Euro seitwärts. Die Angst vor weiteren Hiobsbotschaften und die Hoffnung auf eine erfolgreiche operative Entwicklung hielten sich die Waage. Doch nun könnten wieder hochkochende Übernahmespekulationen dem Kurs frische Impulse verleihen.

Die Möglichkeit, dass Großaktionär United Internet (Anteil 28,5 Prozent) den Kursrutsch nutzt, um sich die Mehrheit zu sichern, wurde von Branchenkennern in den letzten Wochen zwar eher als gering eingeschätzt. Nun wurde jedoch bekannt, dass Frank Krause und Volker Ruloff ihre Aufsichtsratsmandate zum 3.Oktober niedergelegt haben. Vor allem der Rücktritt von Krause, immerhin Vorstand beim Großaktionär United Internet, hat die Diskussion angeheizt, der Konzern könnte nun eine neue Strategie für den Kabelnetzbetreiber ausarbeiten. Gleichzeitig erklärte Tele Columbus, dass sich United Internet bei der nächsten Aufsichtsratswahl "konstruktiv einbringen" werde.

Folge: Die Gerüchteküche brodelt. Eine Übernahme erscheint dabei wahrscheinlicher als ein Verkauf der von United Internet gehaltenen Anteile. Aber auch für einen anderen Wettbewerber oder Private-Equity-Investoren könnte die Gesellschaft ein attraktives Ziel darstellen. Der gewichtete Börsenkurs der letzten drei Monate liegt aktuell bei 3,12 Euro. Die letzten Aktien hat United Internet im Februar 2016 im Bereich um neun Euro getätigt.

Noch ist das Ganze alles nur eine wilde Spekulation in Finanzkreisen. Ohne das Zitat mit dem Rauch und dem Feuer strapazieren zu wollen, können risikofreudige Anleger dennoch mit einer kleinen Position mit spekulieren. Ein Stopp bei 2,45 Euro sichert ab.

 

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