Siemens
- Maximilian Völkl

Siemens: Verbessertes Angebot für Alstom

Siemens hat im Übernahmepoker um den französischen Industriekonzern Alstom nachgelegt. Gemeinsam mit dem japanischen Partner Mitsubishi Heavy Industries (MHI) hat der Konzern am Freitag die Offerte aufgebessert. Am Vortag hatte bereits der US-Rivale General Electric (GE) nachgelegt.

"Im Ergebnis erhöht sich der Bar-Anteil der Offerte um 1,2 Milliarden Euro auf 8,2 Milliarden Euro", teilten MHI und Siemens mit. Die Gesamtbewertung des Energiegeschäfts von Alstom steige damit um 400 Millionen Euro auf insgesamt 14,6 Milliarden Euro. GE bewertet Alstoms Energiegeschäft weiterhin mit 12,35 Milliarden Euro. Allerdings wollen die Amerikaner dieses nicht mehr komplett haben, sondern in einigen Bereichen mit Alstom zusammenarbeiten. Damit kommen die Amerikaner der französischen Regierung entgegen. Ein Vergleich der Angebote ist wegen deren unterschiedlicher Ausgestaltung jedoch schwierig.

Regierung entscheidet

Problematisch bleibt, dass die Bieter nicht nur den Verwaltungsrat von Alstom für sich gewinnen müssen, sondern auch die Regierung in Paris. Diese hatte sich kurz vor der heißen Phase des Bieterwettbewerbs noch ein Vetorecht bei Übernahmen gesichert. Noch am Nachmittag wollten die Parteien deshalb beim französischen Präsidenten François Hollande vorsprechen und für ihre Gebote werben. Sowohl Siemens-Chef Joe Kaeser als auch GE-Chef Jeff Immelt werden deshalb am Freitag im französischen Präsidentenpalast erwartet.

Analysten positiv gestimmt

Die Analysten sehen die neue Übernahmeofferte von Siemens nach wie vor als sinnvoll an. Kepler Cheuvreux hat nach dem verbesserten Angebot die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 115 Euro bestätigt. Auch die DZ Bank empfiehlt den DAX-Titel weiterhin zum Kauf und sieht den fairen Wert ebenfalls bei 115 Euro.

Die Experten sind sich einig, dass ein Deal für den deutschen Industriekonzern noch Sinn machen würde. Weitere Aufstockungen des Angebots sollte es jedoch nicht mehr geben, da das zusätzliche Synergiepotenzial eher begrenzt sei und das Risiko für Siemens dann zu hoch wäre.

Endlich dreistellig

Am Freitag notiert Siemens erstmals seit Januar wieder dreistellig. Die Aktie bleibt unabhängig vom Alstom-Poker einer der Favoriten für das zweite Halbjahr. Durch den Sprung über die 100-Euro-Marke sollte neues Potenzial freigesetzt werden. Ein Neueinstieg ist weiterhin attraktiv. Das Kursziel lautet 125 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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