RWE
- Nikolas Kessler - Redakteur

RWE: "Der Ausblick wird prekärer"

Der negative Newsflow bei RWE reißt nicht ab. Mit einem neuen Gesetz will Bundeswirtschaftsminister Gabriel sicherstellen, dass die Versorger ihren finanziellen Verpflichtungen beim Atomausstieg nachkommen. Am Donnerstag kommt nun auch noch ein negativer Analystenkommentar dazu.

Die britische Investmentbank HSBC hat den fairen Wert für die RWE-Aktie von 16 auf 12 Euro gesenkt und das „Reduce“-Rating bestätigt. Der Ausblick des Versorgers werde prekärer, schrieb Analyst Adam Dickens. Auch ungeachtet des jüngsten Kursrutsches sei das Chance/Risiko-Profil des Essener Konzerns unattraktiv. Nach Einschätzung des Experten müsse RWE das Geschäft mit Atomstrom reduzieren. Andernfalls sei eine Kapitalerhöhung unausweichlich.

Zuvor war am Mittwoch ein Gesetzentwurf bekannt geworden, mit dem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) verhindern will, dass sich die Energiekonzerne vor den Kosten für den Atomausstieg drücken. Mit der Einführung einer "Nachhaftung" will der Bund sicherstellen, dass die Konzerne auch dann dauerhaft für die Milliardenkosten beim AKW-Rückbau und der Endlagerung des Atommülls aufkommen, wenn sie ihr Atomgeschäft in Tochterfirmen ausgliedern. Noch im September soll das Gesetz im Kabinett beschlossen werden. Die Unternehmen kündigten bereits an, die Pläne juristisch zu prüfen.

Zusätzlich zu den jüngsten Börsenturbulenzen hatte Spekulationen über eine mögliche Dividendenkürzung sowie der Rauswurf aus dem Euro Stoxx 50 für negative Schlagzeilen gesorgt und den Kurs weiter belastet. In der Folge ist die RWE-Aktie auf ein Rekordtief gerutscht.

 

Finger weg!

Sowohl fundamental, als auch charttechnisch liegt beim zweitgrößten deutschen Energieversorger zu vieles im Argen. Anleger sollten weiterhin einen großen Bogen um die RWE-Aktie machen.

(Mit Material von dpa-AFX)


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