JD.com
- Benedikt Kaufmann

China ist nicht genug – JD.com will mit Amazon konkurrieren

JD.com will auf die westlichen Märkte vordringen. In der zweiten Jahreshälfte 2018 sollen die Verkäufe starten. Bis 2025 will der Konzern die Hälfte des Umsatzes im Ausland generieren – ein hehres Ziel.

Investieren am Limit

„Wenn wir uns für eine Strategie entschieden haben, kennen wir kein Investitionslimit.“, sagte JD-Gründer Richard Liu auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Der Konzern soll in zehn Jahren die Hälfte der Umsätze im Ausland erwirtschaften. „Wir werden solange investieren, bis wir dieses Ziel erreicht haben“, sagte Li.

Insbesondere die amerikanische Westküste hat es JD angetan, denn hier leben besonders viele chinesische Einwanderer. Beim Eintritt in den zunehmend protektionistischen US-Markt könnte der Großaktionär Walmart Schützenhilfe leisten. Auch auf die Millionen-Investitionen von Tencent kann sich der JD stützen. Die Strategie ist dabei denkbar einfach: Qualitativ hochwertige chinesische Güter günstiger verkaufen als die Konkurrenz. Man setzt auf chinesische Marken wie Xiaomi.

Wachstumsaussichten sind vielversprechend

Die Hälfte der Umsätze bis 2028 – ein hehres Ziel. Bedenkt man, dass JD im laufenden Jahr rund 56,6 Milliarden Dollar erlösen dürfte. Im Gegensatz zur Expansion in die südostasiatische Märkte Indonsesien und Thailand werden die entwickelten Märkte eine große Herausforderung. Denn sowohl in Amerika als auch in Europa haben sich bereits E-Commerce-Konzerne positioniert. Allen voran Amazon, dessen Kassen für einen Preiskampf ebenso prall gefüllt sind.

Sinn macht der Markteintritt in jedem Fall an der US-Westküste. Der Handel mit chinesischen Produkten floriert dort insbesondere in den Großstädten. Warenhäuser und Logistik durch JD dürften hier schnell zu zusätzlichen Umsätzen führen.

JD treibt das Umsatzwachstum weiter an: Die Konzernerlöse sollen 2017 um 39 Prozent steigen. Erstmals dürfte auch ein Nettogewinn von 773 Millionen Dollar erwirtschaftet werden, wenn auch bloß mit einer niedrigen Marge von 1,4 Prozent. Solche Wachstumsaussichten verlangen am Markt jedoch einen Aufpreis – das 18er-KGV von JD liegt bei 54. Ein Preis den es nach Ansicht des AKTIONÄR zu zahlen lohnt. Das Kursziel liegt bei 45,00 Euro.

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