DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Fed-Vize Fischer bringt Unsicherheit zurück: Dow Jones und DAX fallen wieder zurück

Nach einem freundlichen Handelsauftakt hat die Wall Street im Tagesverlauf den Rückwärtsgang eingelegt. Grund dafür waren Äußerungen des Vizechefs der US-Notenbank Fed, Stanley Fischer. Der Stellvertreter von Janet Yellen hatte angedeutet, dass die Währungshüter in diesem Jahr nicht nur einmal, sondern gleich zweimal ihren Leitzins anheben könnten.

Yellen hatte zuvor auf der renommierten Notenbankkonferenz im amerikanischen Jackson Hole gesagt, die Argumente für eine Zinsanhebung seien in den vergangenen Monaten stärker geworden, ohne jedoch einen Zeitpunkt für eine mögliche Zinsstraffung zu nennen. Sie bekräftigte, dass die geldpolitische Straffung moderat erfolge, nicht festgelegt sei und von der konjunkturellen Entwicklung abhänge. Ihre Einschätzung voraussichtlich steigender Zinsen begründete sie mit der absehbaren Entwicklung der US-Wirtschaft. Die Fed rechne für die kommenden Jahre mit einem anhaltend moderaten Wachstum, zusätzlichen Verbesserungen am Arbeitsmarkt und einem Anstieg der Inflation über das Fed-Ziel von zwei Prozent.

Insgesamt schien das, was die Chefin der US-Notenbank sagte, gegen eine Zinserhöhung schon bei der nächsten Fed-Sitzung im September zu sprechen. Die US-Indizes und auch der DAX reagierten in einer ersten Reaktion mit Aufschlägen.

Doch dann kam Fischer: Ein Interview des Vize-Chairman der Fed mit CNBC weckte Zweifel. Auf die Frage, ob die Fed bei ihrer nächsten Sitzung und danach noch ein weiteres Mal in diesem Jahr die Zinsen erhöhen könnte, sagte Fischer, ein "Ja" als Antwort auf diese Fragen stehe durchaus im Einklang mit dem, was Yellen in Jackson Hole gesagt habe. Daraufhin begannen die Kurse zu bröckeln. Der Dow Jones fiel am Ende um 0,3 Prozent auf 18.395 Punkte. Im Tageshoch hatte der Index bei 18.572 Punkten notiert. Der DAX kam im späten Handel ebenfalls zurück, wird aber immer noch über der charttechnisch wichtigen Marke von 10.500 Punkten taxiert.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Olaf Wilde -
    Zwei Zinsschritte in diesem Jahr? Niemals. Die zu optimistischen Prognosen der Wirtschaftsentwicklung für 2016 werden von Quartal zu Quartal eingesammelt und korrigiert. Das Offenhalten weiterer Zinsschritte klingt eher wie Merkels Aussage: "Wir schaffen das". Optimismus verbreiten ohne Substanz. Da sind die auf chartoption.de schon näher dran mit ihrer Einschätzung denk ich.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Null Bock! DAX ignoriert gute Vorgaben

Der DAX kann am Donnerstagmorgen die guten Vorgaben aus Asien - der Nikkei sprang zeitweise um mehr als zwei Prozent nach oben - nicht nutzen. Im Gegenteil: Der XDAX notiert im frühen Handel unter dem Xetra-Schluss vom Vortag. Auch die von der OPEC beschlossene Drosselung der Erdölförderung und in … mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Das Kaufsignal: Gebert-Indikator springt auf Grün - bei diesen Aktien geht die Rallye weiter +++ Morphosys: Biotech-Perle vor dem Durchbruch +++ Absturz: So geht es jetzt mit dem Goldpreis weiter

Der Gebert-Indikator gehört aufgrund seiner hohen Trefferquote in Backtests und realem Einsatz zu den bekanntesten Gesamtmarkt-Indikatoren in Deutschland. Wer den Signalen, die seit 1996 im Aktionär publiziert werden, gefolgt ist, hat mit einer Performance von insgesamt plus 2072 Prozent den DAX um … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Referendum rückt näher - DAX geht tiefer

Die Unsicherheit in Bezug auf das Referendum in Italien am kommenden Wochenende lastet auf dem deutschen Aktienmarkt. Am Montag war deshalb der DAX um mehr als ein Prozent auf 10.582 Punkte gefallen. Am Dienstagmorgen kann sich der deutsche Leitindex immerhin auf diesem Niveau stabilisieren, doch … mehr