Facebook
- Benedikt Kaufmann

Facebook-Datenskandal: Fragen des US-Kongresses beantwortet

Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat keine Auswirkungen auf Facebook – doch der Datenskandal übt weiterhin Druck auf die Aktie aus. So verkündete der Konzern, seit 2015 keine Nutzerdaten mehr an Dritte weiterzugeben. Neue Dokumente zeigen jedoch: weit gefehlt.

Auch nachdem Facebook versprach, seine Daten nicht an Dritte weiterzugeben, machte der Konzern zahlreiche Ausnahmen für App-Entwickler oder Geräte-Hersteller. In einem 747-seitigen Dokument, das der Konzern am Freitagabend dem US-Kongress vorlegte, wurde dies zugegeben. Zudem werden weitere Firmen genannt, die „möglicherweise“ Zugriff erhalten haben.

Das Krisenmanagement aus dem Hause Facebook lässt klar zu wünschen übrig und zeigt erneut, dass der Konzern mit den anvertrauten Nutzerdaten sorglos umgeht. Dabei ist die Weitergabe von Nutzerdaten nicht der einzige Krisenherd, der droht überzukochen. Ebenfalls ungeklärt bleiben das Thema Fake-News und die Beeinflussung von Wählern. Intern herrschen zudem Streitigkeiten vor, wie die Probleme anzugehen sind. Der Chief Information Security Officer Alex Stamos, der eine transparente Problemlösung bevorzugt, wird daher im August das Unternehmen verlassen.

Erhöhtes Risiko bei stabiler Bilanz

Auf den Kurs der Facebook-Aktie zeigt der schwelende Datenskandal aktuell wenig Wirkung. Den Anlegern scheint es ebenso egal zu sein, was mit persönlichen Daten passiert wie den Facebook-Nutzern und dem Unternehmen selbst. Langfristig orientierten Anlegern gibt der Datenskandal jedoch einen Einblick in die Unternehmenskultur des Konzerns. Die Einstellung des Tech-Giganten zum wichtigsten Asset ist dabei bemerkenswert blauäugig und stellt ein ernstzunehmendes Risiko dar. Die Aktie sollte das aber kurz- oder mittelfristig dennoch nicht beeinflussen, denn die Bilanz ist bullenstark, das Werbegeschäft brummt und die US-Regierung hat dringlichere Probleme als die Datensicherheit ihrer Bürger. Es heißt: Dabeibleiben!

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