Bitcoin
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Exklusiv: Bitcoin-Crash - er hat es gewusst! Das ist sein neues Kursziel

Nach 10.000 Prozent Kursplus kommt die aktuelle Bitcoin-Korrektur nicht für alle überraschend. Selbst bei heute 4.437 Dollar beträgt das 2-Jahres-Kursplus noch 443 Prozent. Einer, der den Mini-Crash im Gespräch mit dem AKTIONÄR prognostiziert hatte, ist Tone Vays. "Wir fallen noch unter die 5.000-Dollar-Marke", so der Ex-Wallstreet-Banker im vor einer Woche (siehe unten) veröffentlichten Interview.

Heute haben wir nachgefragt: Wie geht es jetzt weiter? Seine Sicht der Dinge: Rebound! Er sieht jetzt ein Kursziel von "5.500 bis 6.000 Dollar." Doch Entwarnung kann noch nicht gegeben werden. Es gehe danach zunächst weiter "down". Wie im bitcoin report berichtet, wäre nach dem Muster vergangener Bitcoin-Bereinigungen eine Konsolidierung von mehreren Monaten gesund und "normal" angesichts der zuvor extrem gestiegenen Notierungen.

Eine kleine Reise in die Vergangenheit: Ende 2013 verzehnfachte sich der Bitcoin auf über 1.000 Dollar - der damalige Höhepunkt der Euphorie. Von dort aus ging es dann rund ein Jahr in eine Konsolidierung mit einem Minus im Tief von 85 Prozent (übrigens: in der aktuellen Korrektur wurden bereits 78 Prozent korrigiert).

Nach einem weiteren Jahr stieg der Coin 2015 wieder stark an, zwei Jahre später und drei Jahre nach dem vorläufigen Höhepunkt der Rallye wurde im Jahr 2017 das Hoch aus dem Jahr 2013 übertroffen. Wie wir wissen, ging es dann steil von 1.000 Dollar auf über 19.000 Dollar, bis erneut im Dezember 2017 der Höhepunkt erreicht war. Fazit: Märkte wiederholen sich nie, reimen sich aber oft - gut möglich, dass wir zum Jahreswechsel erneut die Tiefpunkte sehen - und mit etwas Geduld wieder neue Höchststände denkbar sind:

 

Hier noch einmal das komplette Interview mit Tone Vays:

John McAfee oder Roger Ver sind bekannter – doch auf das Kennenlernen mit Tone Vays haben wir uns besonders gefreut, da er die Wall-Street-Perspektive und Trading-Know-how mitbringt. Was er auf die Eurocruise18 nicht mitgebracht hatte, war sein Koffer, der auf dem Flug aus den USA nach Barcelona verloren ging, weswegen er mit geliehenen Hemden oder ganz oberkörperfrei auf die Bühen ging – und das Interview mit dem AKTIONÄR auf dem Deck in einen Bademantel gehüllt gab.

Tone, wann bist du zum Bitcoin-Trader und -Mentor geworden?

2013 habe ich den Bitcoin entdeckt. Ich wollte etwas anderes, Aufregendes – es war langweilig, an der Wall Street zu arbeiten. Ich wollte meine Skills auf den Kryptospace übertragen.

Wie unterscheidet sich das Trading von Kryptowährungen zum Handel von Aktien? Manche sind überzeugt: Es gibt weniger professionelle Konkurrenz – Gewinne machen ist daher grundsätzlich einfacher?

Ich finde es nicht einfacher. Bitcoin ist noch kein effizienter Markt. Grundsätzlich sind die Trading-Regeln aber die gleichen wie bei Aktien. Ich rate nicht, Altcoins zu traden. Doch den Bitcoin kann man ähnlich wie eine mittelgroße Aktie handeln.

Tone, uns hat ein „Tone Vays“ bei Telegram angeschrieben, wollte, dass wir „dir“ zum Testen 0,1 Bitcoin schicken. Das Beispiel zeigt: Der Kryptospace zieht viele Betrüger an. Wie riskant findest du es etwa, seine Kryptowährungen auf asiatischen Handelsbörsen liegen zu lassen?

Egal an welcher Börse – es ist leider nicht sicher, Bitcoin zu traden. Ich finde es faszinierend, den Preis des Bitcoin vorherzusagen. Ich privat trade den Bitcoin jedoch (noch) nicht, da ich den unregulierten Börsen nicht vertraue. Ein regulierter ETF wäre wichtig.

Genau auf diesen Bitcoin-ETF hofft die ganze Branche. Wann erwartest du ihn und wie wichtig für den Bitcoin-Kurs wird er?

Ich glaube, der ETF wird nicht so schnell kommen, wie viele hoffen – die SEC hat noch kein grünes Licht gegeben. Dieser Schritt darf für den Bitcoin-Kurs nicht überschätzt werden. Einen massiven Zustrom von Cash sehe ich dadurch nicht. Dennoch ist es ein schönes Produkt für Leute wie mich, die Bitcoin sicher traden wollen.

Du bist Bitcoin-Purist – warnst vor den meisten anderen „Kopien“ und rätst, sich auf die Nr. 1 zu konzentrieren – was liebst du am Bitcoin?

Ich mag Bitcoin, weil er uns Dinge gibt, die das klassische Währungssystem nicht hat: Keine Transaktion kann rückabgewickelt werden. Und keiner kann dein Geld konfiszieren. Zudem kann ich zu jeder Zeit jemanden Geld schicken – und keiner kann es stoppen. Griechen wurde das etwa verboten. Auch Wikileaks wurde von klassischen Finanzdienstleistern wie Visa abgeschnitten. Auch die vorhersehbare monetäre Politik ist gut – wir wissen, wie viele neue Bitcoins künftig entstehen. Das bringt goldähnliche Werte für das digitale Zeitalter zurück in das Währungssystem. Das bietet sonst niemand. Jeder sollte es verstehen und ein wenig besitzen, für alle Fälle.

John McAfee hat uns gerade gesagt: Banken wird es in fünf Jahren nicht mehr geben – hat er recht?

Banken wird es auch künftig geben – Kryptobanken gibt es bereits. Es werden immer Mittelsmänner wie etwa Börsen existieren. Aber Bitcoin wird ein Asset sein, das Banken künftig anbieten.

Konkret zum Bitcoin-Kurs. Wo liegen deine Zielmarken?

Kurzfristig wird Bitcoin weiter kämpfen und wahrscheinlich noch unter 5.000 Dollar fallen. Mittelfristig sehe ich in ein bis zwei Jahren signifikante Fortschritte in der Skalierung und Second-Layer-Lösungen wie Lightning. Wir werden dann Tausende Transaktionen pro Sekunde durchführen können. Wenn das ausgerollt wird, wird das Vertrauen in den Bitcoin zurückkehren. Ich glaube dann an neue Höchststände in zwei bis drei Jahren.

Was kann eine neue Rallye noch auslösen?

Wir hatten in der First World zuletzt einen Finanzschock 2015 in Griechenland. Das hat dem Bullenmarkt geholfen. Aber wenn jetzt etwas passiert in Italien, Spanien, Deutschland – oder der Euro auseinanderbricht oder die japanische Verschuldung ein Problem wird oder die USA in die Rezession rutschen –, dann bekommen die Leute Angst um ihre Ersparnisse. Wir sehen dann eine gewaltige Nachfrage nach dem Bitcoin im Mainstream, mit dem Ziel ihre Vermögen abzusichern.

Vielen Dank für das Gespräch.

Wer ist Tone Vays

Tone hat zehn Jahre an der Wall Street gearbeitet. Angefangen hat er als Risikoanalyst bei Bear Stearns. Im Zuge der Finanzkrise 2008 wurde er Vizepräsident bei JPMorgan Chase. Seine Expertise liegt in der Auswertung von Wirtschaftstrends, Trading und der Risikoanalyse. Seitdem er Anfang 2013 mit dem Kryptowährungs-Ökosystem in Berührung kam, ließ er keine Gelegenheit aus, die hohe Relevanz dieser Technologie zu betonen. Denn sie bringt die wirtschaftliche Freiheit (finanzielle Inklusion) voran. Tone war kürzlich Teil der Bitcoin-Dokumentation „Magic Money“. Auf seinem Youtube-Kanal fokussiert er sich auf die Wirtschaftswissenschaften sowie die Finanzbranche. Tone hat neben einem Finanzmathematik-Masterstudium der Florida State University auch einen Bachelor in Mathematik und Geologie.

 

Hinweis auf Interessenkonflikte
gemäß §34b WpHG:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheits­inhaber der He­rausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente ein­gegangen und beabsichtigt, diese alsbald weiter aufzustocken und/oder zu verkaufen, sodass er von der aus der Publikation etwa resultierenden Kursent­wicklung profitiert: Bitcoin.

Der Redakteur Florian Söllner ist unmittelbar Positionen über die in der Publikation angespro­chenen nachfolgenden Fi­nanzin­stru­mente eingegangen und beabsichtigen, diese alsbald weiter aufzustocken und/oder zu verkaufen, sodass sie von der aus der Publikation etwa resultierenden Kursentwicklung profitieren: Bitcoin.

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