Commerzbank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank und Commerzbank: Das müssen Anleger jetzt wissen

Seit Jahren laufen die Verhandlungen zwischen den USA und Europa über neue Eigenkapitalvorschriften für Banken. Jetzt zeichnet sich eine Einigung ab. DER AKTIONÄR erklärt, was auf die beiden deutschen Großbanken zukommt.

Konkret geht es darum, ob Geldhäuser bei der Berechnung ihres Eigenkapitalbedarfs ein Standardmodell oder ein internes Modell verwenden. Interne Modelle werden von den Konzernen selbst erstellt und dann von der Aufsicht abgesegnet. Vor allem in Europa findet das Verfahren große Anwendung. Deshalb der Vorwurf der USA: EU-Banken würden die Kapitalanforderungen künstlich klein rechnen. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten wird auf dem Alten Kontinent der Großteil der Kredite noch von Banken vergeben und nicht über den Kapitalmarkt.

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht soll sich jetzt darauf geeinigt haben, dass Finanzinstitute im Vergleich zum Standardmodell höchstens 27,5 Prozent weniger Eigenkapital verwenden dürfen. Das ist gleichbedeutend mit einer Untergrenze von 72,5 Prozent. Der Präsident des Privatbankenverbandes BdB Hans-Walter Peters sagt im Interview mit dem Handelsblatt: „Käme es zu einer Untergrenze von 72,5 Prozent, wären europäische Banken gezwungen, ihr Kreditangebot zurückzufahren.“

Füße still halten

Noch ist nichts in trockenen Tüchern bei der neuen Basel-Regelung. Es ist gut denkbar, dass die EU auf eine Aufweichung der Regeln drängt, da ansonsten die Konjunkturerholung abgewürgt werden könnte. Zudem würde die Neuregelung skandinavische und französische Banken härter treffen als Deutsche Bank und Commerzbank, da dort noch mehr vergebene Hypothekenkredite auf der Bilanz gehalten werden.

DER AKTIONÄR rät bei der Deutschen Bank weiter dazu, die Quartalszahlen in zwei Wochen abzuwarten. Der Stopp bei 12,50 Euro sollte beachtet werden. Die Commerzbank steht aktuell kurz vor einem neuen Jahreshoch und sollte weiter von Übernahmegerüchten profitieren. Das Kursziel beträgt 14,00 Euro, ein Stopp sollte bei 9,00 Euro gesetzt werden.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Neues Jahreshoch erreicht

Die Commerzbank hat sich bis zum Jahr 2020 hohe Ziele gesetzt: Die Erträge sollen auf 9,8 bis 10,3 Milliarden Euro anwachsen. Um mehr Geschäft zu machen, wirbt die Bank seit etwa drei Jahren erfolgreich neue Kunden. Doch gerade im wichtigen Bereich Ratenkredite hakte es zuletzt. Dennoch hat die … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Commerzbank: Ärger in London

Die Commerzbank fiel in der Vergangenheit selten durch Skandale und rechtliche Fehltritte auf, ganz im Gegensatz zu so manchem Wettbewerber. Doch in Großbritannien hat das Geldhaus jetzt einen Rüffel der Finanzaufsicht FCA bekommen. mehr