DAX
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DAX-Erholung gestoppt: Von "Alarmglocke" über Lufthansa und E.on bis "großer Verfall" – so wird die neue Woche

Die Erholung im DAX ist vorerst gestoppt. Hat die EZB ihr endgültig den Gar ausgemacht? Börsianer blicken jedenfalls vorsichtig auf die kommende Woche. Auf der Agenda steht gleich eine Reihe von Terminen, mitunter richtungsweisenden. Fest steht: Die Spannung steigt. Täglich ist mit Überraschungen zu rechnen. Bis kurz vor dem nächsten Wochenende.

1,24 Prozent Minus – was nicht nach Drama klingt, könnte dennoch nach Auffassung von Beobachtern ein vorläufiges Ende der ausgedehnten Erholungsbewegung im DAX bedeuten. Nach der jüngsten Hängepartie insbesondere an den beiden vergangenen Handelstagen  blicken Börsianer vorsichtig auf die kommende Woche. Zunichte gemacht hat die Stimmung allen voran die EZB mit ihrer Ankündigung, den Leitzins mindestens bis zum Jahresende bei Null zu belassen. 

Neben Abstimmungen über den Brexit in London sind es in der neuen Woche voraussichtlich vor allem Konjunkturdaten aus China, den USA und Europa, die die Märkte bewegen dürften. Zuletzt hatten weitere Anzeichen für eine Schwäche der Konjunktur die Kauflust der Anleger gedämpft. 

Der massive Rückgang der chinesischen Exporte im Februar sei "die nächste Alarmglocke", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partner. "Egal wohin man schaut, die Weltwirtschaft kühlt sich deutlich ab." Der Aktienexperte fürchtet, dass nach der imposanten Rally seit Jahresbeginn viele Anleger der Börse jetzt den Rücken kehren könnten.

Commerzbank-Analyst Hao Zhou sieht es ähnlich: Die schwachen Daten "geben Sorgen um den realwirtschaftlichen Zustand Chinas neue Nahrung". Bis auf weiteres dürften Chinas Wirtschaftsdaten ein eher düsteres Bild zeichnen. Bereits am Samstag werden Verbraucher- und Erzeugerpreise für den Februar veröffentlicht. Am Donnerstag folgen Zahlen zur Industrieproduktion und aus dem Einzelhandel Chinas.

Insbesondere auch für den deutschen Aktienmarkt stimmen die weltweit schwächeren Konjunkturaussichten die Commerzbank vorsichtiger. Die Gewinnerwartungen für die DAX-Konzerne würden darunter leiden, erklärte Marktstratege Andreas Hürkamp. Er senkte daher seine Prognose für den DAX-Stand zum Jahresende von 12.500 auf 11.800 Punkte. Für den DAX mit etlichen Aktien aus der Autobranche wirkt sich die schwächere Nachfrage in China gravierender aus als bei vielen anderen Aktienindizes. Hürkamp wies darauf hin, dass in China auch die Autoverkäufe zuletzt stark gefallen waren.

Unverändert im Fokus der Anleger ist die Saison der Geschäftsberichte. Während es am Dienstag bei Volkswagen nur um endgültige Zahlen geht, werden die Bilanzen von E.on, Adidas und Fraport am Mittwoch mit Spannung erwartet. Am Donnerstag folgen die Ergebnisse und Ausblicke von RWE und der Lufthansa. Mehr als zwei Drittel der DAX-Konzerne werden somit bis Ende der Woche ihre Bücher geöffnet haben. Ob deren Prognosen für 2019 die Gewinnerwartungen am Markt wieder nach oben treiben können, bleibt abzuwarten. 

Auf Trab halten könnte die Börsen die ganze Woche über das leidige Thema Brexit. Am Dienstag dürfte das Parlament in London das von Theresa May vorgelegte Brexit-Abkommen ablehnen. In diesem Fall würde einen Tag später über einen ungeregelten Brexit abgestimmt. Volkswirt Alexander Kalb von der BayernLB hält einen ungeregelten Brexit für sehr unwahrscheinlich - so dass am Donnerstag ein Antrag zur Verschiebung des Austrittsdatums bei der EU eingereicht werden dürfte.

Letztlich rechnet Kalb - wie viele Börsenakteure - nicht mit einem schnellen Austritt der Briten. Selbst einem Verbleib des Landes in der EU misst er noch eine Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent bei. Die EU hatte zuletzt einen Aufschub von zwei Jahren in Aussicht gestellt um das britische Parlament zu einem zweiten Referendum zu bewegen - um somit doch noch den Austritt zu verhindern.

Am Freitag schließlich tanzen an den Börsen wieder die Hexen: Am sogenannten Hexensabbat laufen Terminkontrakte und Optionen auf Aktien und Indizes aus. Börsianer sprechen auch vom "großen Verfall". Sie versuchen dann, die Kurse in die für sie günstige Richtung zu bewegen - was am Markt für kräftige Ausschläge sorgen kann.

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Mit Material von dpa-AFX

Ein Beitrag von Leon Müller, Chief Editor Börsen.Briefing. – dem täglichen Newsletter des Anlegermagazins DER AKTIONÄR (registrieren Sie sich kostenfrei unter www.boersenbriefing.de)

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