Daimler
- Michel Doepke - Redakteur

Daimler geht in die Brennstoffzellen-Offensive – kann Nel davon profitieren?

Daimler hat mit dem GLC F-Cell (Hybrid aus reiner Elektromobilität und Brennstoffzelle) bereits einen Schritt in Richtung Wasserstoffmobilität getan. Wie die Automobilwoche berichtet, soll es beim DAX-Konzern ab 2022 alle Fahrzeugtypen mit einem Brennstoffzellen-Antrieb im Portfolio geben. Damit folgt Daimler den asiatischen Konkurrenten Hyundai und Toyota, die bereits Serienmodelle mit dieser Antriebsform im Angebot haben und auf Wasserstoff setzen. Vom großen Umdenken hin zur Wasserstoffmobilität profitiert ein Unternehmen in besonderem Maße: Nel Hydrogen.

Ähnlich wie bei der Elektromobilität braucht es für einen nachhaltigen Durchbruch der Brennstoffzellen-Technologie eine flächendeckende Infrastruktur. Nel aus Norwegen bietet neben Elektrolyseuren zur Gewinnung von grünem Wasserstoff auch Wasserstoff-Tankstellen mit der dazugehörigen Ausrüstung an. Der Pure-Player in diesem heißen Sektor befindet sich mit Daimler im Hydrogen Council, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Wasserstoff als eine Lösung der Energiewende zu etablieren. Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit dieser Allianz besteht unter anderem aus dem Ausbau der Infrastruktur von Wasserstoff-Tankstellen.

"Wir entwickeln ein modulares System für die Brennstoffzelle, um diese in ganz verschiedenen Fahrzeugtypen unseres Konzerns einsetzen zu können", so Jochen Herrmann, Entwicklungschef für Elektroantriebe bei Daimler gegenüber der Automobilwoche. Damit scheint die Brennstoffzellen-Offensive auch bei Daimler endlich Fahrt aufzunehmen.

Hyundai geht mit gutem Beispiel voran

Der koreanische Automobil-Hersteller Hyundai hat in den letzten Monaten mit dem Brennstoffzellen-Serienmodell Nexo für Furore gesorgt und durchweg positive Kritik geerntet. Wie die Koreaner am Wochenende mitteilten, wolle man 5.000 Brennstoffzellen-Fahrzeuge bid 2025 allein nach Frankreich ausliefern. Allerdings fehlt es in diesem europäischen Land an einer flächendeckenden Betankungsinfrastruktur. Möglicherweise kann Nel auch aus Frankreich bald Aufträge für Wasserstofftechnologien erhalten, wenn die Nachfrage nach Nexo und Co steigt.

Es ist angerichtet

Rund um den Globus nimmt die Wasserstoffmobilität Fahrt auf. Wer auf den Megatrend setzen will, kommt an Nel Hydrogen nicht vorbei. Bei Kursschwäche bleibt der norwegische Hot-Stock ein spekulativer Kauf.

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