Apple
- Benedikt Kaufmann

Apple in China: Schlimmer als 2015

Die Q1-Zahlen von Apple haben gezeigt, dass sich die Smartphone-Verkäufe in China verbessern konnten. Dies bestätigt auch der Vorstand des Apple-Zulieferers Dialog Semiconductor. Große Sprünge erwartet Dialog-CEO Jalal Bagherli jedoch nicht – und jetzt kommt auch noch der Handelsstreit hinzu. Für Apple wird’s düster in China.

Viel Bewegung aber kein Wachstum

„Wir beobachten in jedem Fall Verschiebungen der Marktanteile zwischen den großen Playern in China“, sagte Dialog-CEO Jalal Bagherli im Interview mit CNBC. Dabei sei es weniger der Gesamtmarkt der wachse, als Player wie Huawei, die deutlich höhere Zuwächse als andere aufweisen.

„Der adressierbare Markt bleibt zwar groß, aber ich denke nicht, dass irgendwer hier deutliches Wachstum erwarten kann, bis 5G in einem bis ein eineinhalb Jahren neuen Schub gibt.“


Quelle: CNBC

Dennoch hat sich laut Bagherli der Mobile-Markt in China gegen Ende des ersten Quartals verbessert.

Marktforscher kommen zum gleichen Ergebnis

Die Aussagen der Dialog-CEOs decken sich mit aktuellen Beobachtungen der Marktforscher von Canalys. Nur noch drei Prozent schrumpfte der chinesische Smartphone-Markt im ersten Quartal. Der negative Trend hat sich damit deutlich verbessert.


Quelle: Canalys

Die Zahlen zeigen ebenfalls, dass Apple im Q1 einen Rückgang von rund 30 Prozent verkraften musste. Den deutlichsten Zugewinn erzielte Huawei mit knapp 40 Prozent.


Quelle: Canalys

Die Probleme häufen sich

Die Schwäche von Apple kommt dabei sehr ungünstig. Historsisch betrachtet schwächelt der Konzern eigentlich im zweiten oder dritten Quartal und nicht im ersten, wenn die neue Generation iPhones gerade erst erschienen ist. Zum anderen plant Apple auch in China zahlreiche Software-Angebote – wer jedoch kein iPhone kauft, hat vermutlich das Betriebssystem Android installiert und ist damit für die Apple-Dienste nicht mehr erreichbar.

Gründe für Apples schwache Verkaufszahlen sind zahlreich: hoher Preis, kaum technologischen Neuerungen, starke Konkurrenz, ein abgeschottetes Ökosystem und loyale Chinesen, die insbesondere in Zeiten des Handelsstreits heimische Marken bevorzugen.

Negativer China-Trend hält an

Preissenkungen in China sorgten dafür, dass Apple im Q2 deutlich besser performte als im Weihnachtsquartal. Zwar verzeichnete Apple damit noch immer eine negative Umsatzentwicklung von minus 22 Prozent in China, aber immerhin besser als um 27 Prozent schrumpfender Erlöse.

Für Anleger gilt es nun zu beobachten, wie sich der China-Trend entwickelt. Aktuell macht China nur noch 18 Prozent der Umsätze aus und ist damit weniger entscheidend wie das Services-Geschäft in den USA. Doch 2015 – vor dem ersten Umsatz-Rückgang in China  waren es auch einmal 27 Prozent.

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