Die Aussicht auf einen milliardenschweren Vergleich in der Causa Glyphosat hat die Bayer-Aktie am Dienstag noch auf ein neues Mehrjahreshoch steigen lassen. Doch am Mittwoch kehrt Ernüchterung ein: Der DAX-Titel bricht prozentual zweistellig ein und markiert den tiefsten Stand seit Ende Januar. Denn der geplante Vergleich kommt den Leverkusenern teuer zu stehen.
Das merkt auch Peter Spengler von der DZ Bank an. Der Analyst stufte die Aktie von Bayer nach den News zum geplanten Vergleich sogar doppelt von "Kaufen" auf "Verkaufen" ab und reduzierte das Kursziel von 51 Euro auf lediglich 42 Euro.
"Die Neubewertung berücksichtigt die erhöhten finanziellen Belastungen und begründet unsere Erwartung eines kurzfristigen Abwärtsdrucks", so Spengler. Finanziell werden die Rechtsrückstellungen um vier Milliarden auf 11,8 Milliarden Euro aufgestockt, was eine hohe Einmalbelastung von fünf Milliarden Euro im Jahr 2026 und einen negativen Free Cashflow zur Folge habe, erklärt der Experte in seinem Research-Update.
Dieser teure, aber strategisch wichtige Schritt sei Teil einer mehrgleisigen Strategie, die durch ein paralleles Verfahren vor dem US Supreme Court ergänzt werde, ergänzt Spengler. Dort strebe Bayer eine Grundsatzentscheidung zum Vorrang von Bundesrecht an, um zukünftigen Klagen die Basis zu entziehen.
Buy the rumor...
...sell the fact – diese Börsenweisheit trifft bei Bayer heute wohl den Nagel auf dem Kopf. Denn in den zurückliegenden Monaten ist die Bayer-Aktie begleitet von einem positiven Newsflow in der Pharma-Division auch im Hinblick auf einen Durchbruch in der Causa Glyphosat gestiegen. Anleger nehmen nun die Gewinne vom Tisch.
Perfektes Timing: DER AKTIONÄR hat vor dem heutigen Kurseinbruch am Morgen (siehe: "Bayer: Durchbruch in der Causa Glyphosat? Risiken bleiben...") den Ende November vorgestellten Discount-Call (WKN: UG8QQ9) mit einem Kursgewinn von gut 160 Prozent zum Verkauf gestellt. Anleger sollten beim DAX-Wert nun die weiteren Entwicklungen wieder von der Seitenlinie aus beobachten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Heute, 13:25