Der Krypto-Markt hat in der Nacht von Sonntag auf Montag den Rückwärtsgang eingelegt. In einer scharfen Korrektur fiel die Leitwährung Bitcoin binnen weniger Stunden von 95.500 auf 91.910 Dollar – ein Minus von rund vier Prozent. Was auf den ersten Blick wie eine übliche Schwankung aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Reaktion auf eine explosive Gemengelage.
Laut Daten von Coinglass wurden innerhalb von nur vier Stunden Long-Positionen im Wert von über 750 Millionen Dollar liquidiert. Der Abverkauf riss auch den breiteren Markt mit sich: Ethereum, XRP und Solana folgten dem Bitcoin in die Tiefe.
Der Grund für die Nervosität ist auf dem politischen Parkett zu suchen. Donald Trump hat acht NATO-Verbündeten – darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien – ein Ultimatum gestellt. Sollte Dänemark nicht dem Verkauf Grönlands an die USA zustimmen, drohen ab dem 1. Februar Strafzölle von zehn Prozent, die bis Juni auf 25 Prozent steigen sollen. Brüssel reagierte empört, sprach von „Erpressung“ und bereitet bereits Vergeltungsmaßnahmen vor, die von Steuern auf US-Konzerne bis zu Investitionsbeschränkungen reichen.
Krypto-Markt als das schwächste Glied
Während traditionelle Risiko-Assets wie der KOSPI vergleichsweise stabil blieben oder sogar zulegten, reagierte Krypto überproportional wie empfindlich. „Der Krypto-Markt zeigt relative Schwäche gegenüber anderen Anlageklassen“, analysiert Min Jung von Presto Research.
Doch die Geopolitik ist nur die halbe Wahrheit. Rachael Lucas, Analystin bei BTC Markets, verweist auf hausgemachte Probleme. Die Stimmung sei bereits angeschlagen, nachdem das US-Gesetz zur Marktstruktur von Kryptowährungen im Senat stecken geblieben ist. Dass Branchenschwergewicht Coinbase seine Unterstützung für den Entwurf zurückzog, sorgte für zusätzliche Verunsicherung.
Trotz des Kursrutsches stellt dies aus charttechnischer Sicht lediglich den Test der zuvor überwundenen Widerstandszone von 92.000 bis 94.000 Dollar dar. Anleger bleiben daher weiter an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 09:50