Die Munich Re treibt ihr Effizienzprogramm bis 2030 voran – setzt dabei laut dem neuen Konzernchef Christoph Jurecka aber auf behutsame Anpassungen statt harter Einschnitte. Während im Rückversicherungsgeschäft vor allem natürliche Fluktuation helfen soll, könnten bei Ergo punktuell andere Maßnahmen nötig werden.
Die Munich Re setzt bei ihrem Effizienzprogramm bis 2030 auf Augenmaß. Trotz der geplanten Verlagerung von Stellen in Niedriglohnländer soll es beim weltgrößten Rückversicherer keinen klassischen Stellenabbau geben. Vorstandschef Christoph Jurecka stellte klar, dass man in der Rückversicherung ausschließlich auf natürliche Fluktuation setzen will. Diese lag zuletzt bei rund zehn Prozent pro Jahr und soll ausreichen, um die geplanten Anpassungen umzusetzen.
Anders könnte die Lage bei der Erstversicherungs-Tochter Ergo aussehen. Dort räumte Jurecka ein, dass Weiterbildungen nicht immer möglich seien. In Einzelfällen könnten daher freiwillige Abfindungen angeboten werden.
Insgesamt sollen vor allem Routinetätigkeiten durch Automatisierung ersetzt werden. Betroffen sind nach aktuellem Stand rund zehn Prozent der Stellen in den jeweiligen Bereichen. Der Konzern beschäftigt weltweit knapp 46.000 Mitarbeiter, davon etwa 20.000 in Deutschland.
Im Dezember hatte die Munich Re Einsparungen von insgesamt 600 Millionen Euro bis 2030 angekündigt, davon 200 Millionen Euro bereits für 2026. Jurecka betonte nun, dass es weniger um echte Kostensenkungen gehe, sondern vielmehr um eine Dämpfung des Kostenanstiegs durch Inflation.
Operativ steht der Rückversicherungsmarkt unter leichtem Druck. Nach mehreren Jahren stark steigender Preise bröckeln diese aktuell wieder etwas. In der jüngsten Erneuerungsrunde zum 1. Januar wurden im Markt Preisrückgänge von bis zu zwölf Prozent gemeldet.
Die Munich Re sieht sich jedoch besser positioniert. Die eigenen Erneuerungen seien breiter aufgestellt, die Ergebnisse würden „deutlich anders“ ausfallen. Zudem blieben die Versicherungsbedingungen stabil, was für anhaltende Disziplin im Markt spreche.
Die Munich Re bleibt fundamental gut aufgestellt. Kurzfristig belastet jedoch das etwas schwierigere Marktumfeld. Auch aus charttechnischer Sicht bleibt die Lage angespannt (siehe hier). DER AKTIONÄR stuft die Aktie aktuell weiter als Halteposition ein.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
Heute, 11:20