Wirecard
- Nikolas Kessler - Redakteur

Wirecard: Warum dauert das so lange?

Fast fünf Wochen ist es nun her, dass die Financial Times (FT) mit ihren Vorwürfen wegen angeblicher Bilanz-Tricksereien bei Wirecard in Singapur für einen Kursrutsch der Aktie gesorgt hat. Das Unternehmen hatte damals rasche Aufklärung versprochen – doch die Ergebnisse der Compliance-Untersuchung lassen auf sich warten.

Bereits am 4. Februar – kurz nach Erscheinen der ersten kritischen FT-Artikel – hatte der Wirecard-Vorstand in einem Statement und einer Telefonkonferenz Stellung bezogen. Dabei wurde eingeräumt, dass ein Mitarbeiter in Singapur im April 2018 Bedenken wegen angeblicher Compliance-Verstöße im Bereich der Rechnungslegung durch das dortige Finanzteam geäußert hatte.

Daraufhin hatte das Compliance-Team von Wirecard standardmäßig eine interne Untersuchung der Vorwürfe eingeleitet. Diese hätten jedoch keine Nachweise für die Vorwürfe geliefert. Dennoch habe man am 18. Mai 2018 die in Singapur ansässige Compliance-Kanzlei Rajah & Tann mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt.

„Die Untersuchung durch Rajah & Tann steht kurz vor dem Abschluss und wir werden die Ergebnisse zu gegebener Zeit bekannt geben“, heißt es seitdem von Wirecard. Wirecard-Chef Markus Braun selbst hatte „absolute Transparenz“ und eine schnelle Aufklärung versprochen.

Die Veröffentlichung des Abschlussberichts sei nur noch „eine Sache von Wochen", hieß es dazu vor vier Wochen. Wenn der Fall so klar ist, wie von Wirecard dargestellt, stellt sich jedoch die Frage, warum sich die Untersuchungen bereits seit über zehn Monaten hinziehen.

 

Noch ein Monat Geduld?

DER AKTIONÄR geht weiterhin davon aus, dass sich der Wirecard-Vorstand spätestens bei der Bilanzpressekonferenz anlässlich des Jahresfinanzberichts am 4. April zum Stand der Dinge äußern wird. In der Zwischenzeit brauchen die Anleger weiterhin Geduld. Denn obwohl weitere Hiobsbotschaften zuletzt ausblieben, bleibt die Lage angespannt. Sollte die Ergebnisse der Untersuchung durch Rajah & Tann wie erwartet für Entlastung sorgen, hält auch DER AKTIONÄR eine Erholungsrallye für möglich. Darauf wetten sollten allerdings nur Mutige.

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  • Klaus Meixner -
    ...das wollte ich noch beitragen: - Compliance Angelegenheiten von Extern zu bewerten gleicht dem Umstand in ähnlicher Weise, für eine Firma wie Wirecard nach Jahren den testierenden Wirtschaftsprüfer zu wechseln.
  • Martin Walter -
    bei Wirecard fehlt offensichtlich die "sense of urgency" gegenüber den Aktionären.Je länger es dauert um so mehr verfestigt sich der Eindruck, dass doch etwas nicht stimmen kann.

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