Wirecard
- Nikolas Kessler - Redakteur

BaFin-Ermittlungen auch gegen Wirecard – das steckt dahinter

Die Finanzaufsicht BaFin prüft eine mögliche Marktmanipulation bei den Aktien von Wirecard – so weit, so bekannt. Anders als bislang bekannt umfassen die Untersuchungen dabei aber nicht nur Aktionen von Leerverkäufern, sondern auch ein mögliches Fehlverhalten seitens des Unternehmens. Die Anleger reagieren am Freitag zunächst gelassen auf die Meldung.

Wie Bloomberg meldet, prüft die BaFin, ob Wirecard möglicherweise seine Pflicht zur Offenlegung marktrelevanter Informationen in Bezug auf mutmaßliche Bilanzierungsunregelmäßigkeiten bei einer Niederlassung in Singapur verletzt habe. Entsprechende Berichte der Financial Times hatten im letzten Monat für enormen Wirbel und heftige Kursverluste gesorgt.

„Auch das Zurückhalten von Ad-hoc-Mitteilungen durch börsennotierte Unternehmen kann eine verbotene Marktmanipulation sein“, erklärte eine Sprecherin der BaFin auf Anfrage der Nachrichtenagentur. Die Prüfung laufe dabei „in alle Richtungen“.

Die Aufsichtsbehörde hatte sich zuvor nicht explizit geäußert, dass sie im Rahmen der Untersuchung der wilden Kursausschläge der vergangenen Wochen auch die Rolle des Unternehmens prüfe. Wirecard sagte, dass bislang keine Untersuchungen zu den Offenlegungen des Unternehmens bekannt seien.

BaFin fährt schwere Geschütze auf

In einem bisher einmaligen Schritt hatte die Finanzaufsicht Mitte Februar neue Netto-Leerverkaufspositionen bei der Wirecard-Aktie verboten. Kurz darauf wurde bekannt, dass Unbekannte offenbar versucht hatten, weitere Negativ-Berichte zu kaufen und das Unternehmen zu erpressen – was in die Entscheidung der BaFin zugunsten des Verbots eingeflossen sei.

Aktie auf der Watchlist

Seitdem konnte sich der Kurs der Wirecard-Aktie spürbar stabilisieren, auch die heutige Meldung bezüglich der BaFin-Ermittlungen hat zunächst keine negativen Auswirkungen auf den Chart – im Gegenteil: Im freundlichen Gesamtmarkt geht es moderat bergauf. Auf Wochensicht steht ein Plus von neun Prozent an der Kurstafel. Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen bleibt die Aktie aber zunächst auf der Beobachtungsliste.  

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  • GLORIA CORNELIUS -
    Ich habe das Buch "Menschen im Mediendreck" gelesen. Die darin geschilderten Fälle erinnern fatal an die öffentliche Hinrichtung von Wirecard durch die Financial Times. Warum publiziert die Zeitung keine Dokumente oder Aktenzeichen als Beweise? Das wäre seriöser Journalismus. Alles, was bislang geschah, gehört ins's Reich von Grimms Märchen.
  • Heinz Drobe -
    ... vor allem der letzte Satz, man solle doch lieber Beobachter bleiben. Sehr schwierig zu verstehen, wenn (fast) alle Analysten zum Kauf raten.
  • Hans-Jürgen Windeler -
    Wie die FT muss der "Aktionär" auch wieder "NEGATIV" über Wirecard berichten. Es ist besonders bemerkenswert, dass dieser Bericht nach einem Tag der Erholung publik gemacht wird. Herzlichen Dank an den "Aktionär" für diese tolle Berichterstattung!!!
  • Hans-Jürgen Windeler -
    Wie die FT muss der "Aktionär" auch wieder "NEGATIV" über Wirecard berichten. Es ist besonders bemerkenswert, dass dieser Bericht nach einem Tag der Erholung publik gemacht wird. Herzlichen Dank an den "Aktionär" für diese tolle Berichterstattung!!!
  • Markus Horntrich -
    Ist es das?
  • Klaus Meixner -
    ...das ist doch wieder ein gefundenes fressen für den "Aktionär"..

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