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Wirecard-Aktie: 46 Tage – Dann ist alles vorbei

Wirecard steht auch fast drei Wochen nach Veröffentlichung des ersten von drei fatalen Artikeln in der Financial Times im Fokus vieler Marktteilnehmer. Bisher konnte dem Unternehmen kein Vergehen nachgewiesen werden. Es wurden aber auch noch keine entlastenden Berichte veröffentlicht. Das ändert sich. Anleger können sich einen Termin im Kalender anstreichen, an dem die ganze Sache ihr Ende finden wird, den Tag, an dem feststehen wird, ob die FT richtig berichtet hat, oder ob Wirecard einmal mehr Opfer falscher Behauptungen geworden ist.

Die Financial Times hat im Rahmen ihrer Artikel-Serie über angebliche Bilanzmanipulationen bei der singapurischen Niederlassung der Wirecard AG schwere Vorwürfe auch gegen Verantwortliche in der Konzernzentrale in Aschheim bei München erhoben. Die Vorwürfe stehen seit Ende Januar im Raum, wurden von der Gesellschaft mehrfach dementiert, aber bisher nicht wiederlegt. Stattdessen heißt es, man habe die auf Compliance spezialisierte Kanzlei Rajah & Tann mit der Prüfung des Vorgangs beauftragt. Zudem ließ man den Markt wissen, „die Untersuchung durch Rajah & Tann steht kurz vor dem Abschluss und wir werden die Ergebnisse zu gegebener Zeit bekannt geben.“ Aber was heißt eigentlich „zu gegebener Zeit“? Darüber wurde am Markt bereits spekuliert.

Anleger wie Marktteilnehmer sollten sich einen Termin im Kalender fett anstreichen: 4. April 2019. Spätestens dann sollte der Bericht von Rajah & Tann, der die erhoffte Entlastung bringen soll, vorliegen. Warum ausgerechnet an diesem Tag? Weil Wirecard am 4. April seinen Jahresfinanzbericht veröffentlichen wird, gefolgt von einer Analystenveranstaltung und einer Bilanzpressekonferenz. Will man all das nicht absagen – das damit verbundene Signal wäre wohl kaum vertrauensbildend –, dann muss bis dahin eine testierte Bilanz vorliegen. Die aber ist wohl nur zu erstellen, wenn alle offenen Fragen rund um die Vorwürfe aus der Welt geräumt sind. Damit sie das sind – so oder so – muss Rajah & Tann liefern. Kaum vorstellbar, dass die mit der Bilanzprüfung mandatierte Ernst & Young sonst ihre Unterschrift unter die Bilanz setzt.

Auch wenn sich Anleger damit von heute an schlimmstenfalls noch 46 Tage in Geduld üben müssen, bis die ganze Sache ausgestanden ist – zumindest gibt es einen Termin, an dem sie sich orientieren können. Es ist der 4. April 2019, der Tag der Bilanzvorlage. Davon ab darf man davon ausgehen, dass Wirecard den Bericht sofort veröffentlichen wird, sobald er vorliegt, allein schon, um der FT, Shortsellern und Skeptikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und um Spekulationen wie diesen vorzubeugen.

Für Beruhigung im Handel dürfte bis dahin dürfte eine Entscheidung der BaFin sorgen. Sie hat am Montagmorgen vor Öffnung der heutigen Sitzung in Frankfurt mitgeteilt, dass in der Aktie der Wirecard keine neuen Leerverkaufspositionen mehr eröffnet werden können. Der Entscheidung zufolge dürfen weder neue eröffnet werden noch dürfen bestehende Positionen auf der Short-Seite ausgebaut werden.

Wenn Sie mehr wissen wollen:

Wird Dr. Markus Braun dem Markt einen (weiteren) Vertrauensbeweis liefern und seine Geldbörse jetzt öffnen? Nikolas Kessler mit der Frage: Wann kauft Vorstandschef Braun?

Das Dementi der FT als Reaktion auf einen Bericht in der FAZ wirft mehr Fragen auf als es Antworten liefert. Warum, das lesen Sie hier.

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