Wirecard
- Nikolas Kessler - Redakteur

Wirecard: Shortseller kauft nach – droht neue Attacke?

Nach anfänglichen Gewinnen am Vormittag ist die Wirecard-Aktie am Mittag kurzzeitig um bis zu 7,6 Prozent abgesackt. Zwar konnte sie sich anschließend mit einem Abschlag von rund 2,5 Prozent im Bereich der 100-Euro-Marke stabilisieren. Die heftigen Schwankungen zeigen aber, wie hoch die Nervosität unter den Anlegern ist.

Für Unsicherheit sorgt unter anderem, dass die US-Investmentfirma Slate Path Capital ihre ohnehin schon üppige Leerverkaufsposition zuletzt weiter aufgestockt hat. Nach Daten des Bundesanzeigers ist die Netto-Leerverkaufsposition von 1,25 Prozent auf 1,42 Prozent gestiegen. Die dort offengelegten Positionen des Hedgefonds Odey Asset Management (0,77 Prozent) und Canada Pension Plan (0,54 Prozent) blieben unverändert.

Quelle: Bundesanzeiger

Erste Analysten rudern zurück

Zusätzlich trüben die ersten Anpassungen seitens der Analysten die Stimmung. Nachdem DZ Bank und HSBC bereits ihre Kursziele reduziert hatten, hat das US-Analysehaus Guggenheim Securities nun sogar die Kaufempfehlung für die Wirecard-Aktie gestrichen.

Auch ein Tweet von FT-Autor Dan McCrum mit einer Verlinkung auf einen Artikel der Zeitung The Australian hatte kurzfristig für zusätzliche Irritation gesorgt, dieser scheint allerdings keine neuen Erkenntnisse zu enthalten. Der Journalist hatte mit seinen Berichten über angebliche Bilanz-Manipulation bei Wirecard die jüngste Verkaufswelle losgetreten.

Hochvolatil! Abwarten!

Beim Versuch, wieder die operative Entwicklung ins Rampenlicht zu rücken, hat Wirecard-Chef Markus Braun am Vormittag auf Basis der Januar-Zahlen ein Rekordquartal und ein „höchst erfolgreiches 2019“ in Aussicht gestellt. Der Aktie hat das allerdings keinen zusätzlichen Schwung verliehen – im Gegenteil: Die am Montag gestartete Gegenbewegung ist nun schon wieder passé.

Nach dem kurzfristigen Dip am Mittag hat sich der Kurs inzwischen wieder etwas stabilisiert, die Lage bleibt jedoch hochvolatil. DER AKTIONÄR rät in der aktuellen Situation weiterhin zum Abwarten

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  • Heiko Grube -
    Sollte man sich nicht auch einmal das Umfeld von Hrn. McCrum anschauen? Es könnte ja sein das er Freunde, Verwandte und Kollegen vorab, quasi vor der Veröffentlichung der Artikel informiert hat. Diese hätten dann die Möglichkeit gehabt jede Menge Puts oder Short-Zertifikate günstig einzusammeln. So könnte man ja jede Menge "verdienen". Hier stellt sich natürlich auch die Frage ob solche krummen Sachen (das Wortspiel musste sein;-) ) eine Art des Insiderhandels darstellt oder nicht. Auf jeden Fall bleibt es spannend. Sollte sich am Ende herausstellen das alles unwahr ist wäre es schön wenn man die FT und McCrum auf einen, nicht unerheblichen Schadensersatzes verklagen würde. Das gleiche gilt natürlich auch in die andere Richtung. Gleiches Recht für alle!

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