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Wirecard-Aktie: Wie viel ist die Wirecard AG wirklich wert?

Wie viel ist eine Aktie der von der Financial Times torpedierten Wirecard AG noch wert? Sind es 100 Euro? Sind es 50, oder vielleicht doch 200 Euro? Der Markt bestimmt den Preis, Angebot und Nachfrage. Klar. Die jüngsten Kommentare von Analysten lassen aber Zweifel an der Ermittlung des in die Zukunft gerichteten „Fair Value“ aufkommen. Insbesondere dann, wenn man nicht den Wert einer Aktie, sondern der gesamten Aktiengesellschaft betrachtet. 

Ein Kommentar von Leon Müller, Chief-Editor Börsen.Briefing.

Zur Berechnung des fairen Wertes einer Aktie ziehen Analysten verschiedene Modelle hinzu, bedienen sich dabei Methoden wie etwa DCF. DCF steht für Discounted Cash Flow und ist die am häufigsten verwendete Vorgehensweise etwa bei der Ermittlung von Preisen bei Übernahmen. Aber eben auch bei der Berechnung des fairen Wertes einer Aktie. Das macht Sinn. Dass dabei in die Zukunft gerichtete Prognosen zu Zahlungsströmen eines Unternehmens eine gewichtige Rolle spielen, ist selbsterklärend. So stringent also die Methode für sich genommen auch ist, so abhängig ist sie doch von den Erwartungen desjenigen, der die Bewertung vornimmt.

Ohne jetzt in die Wirren dieser und anderer Methoden eintauchen zu wollen. Entscheidend ist doch, ob der Analyst eine gute, eine weniger gute oder gar schlechte Entwicklung der Geschäftszahlen erwartet. Immerhin sind es Zahlen, auf der jede Prognose gründet.

An dieser Stelle frage ich mich mit Blick auf Wirecard und die gestern und heute erfolgten Senkungen der Kursziele eines: Haben sich die Geschäftsaussichten der Wirecard AG infolge der Berichterstattung der Financial Times derart eingetrübt, dass die gesunkenen Erwartungen eine Reduktion des Fair Value in Höhe von 30 Prozent (HSBC) respektive 25 Prozent (DZ Bank) rechtfertigen?

Denn was mit Blick auf das Kursziel und den aktuellen Kurs vielleicht noch „gering“ erscheint (Potenzial ist ja schließlich laut den Analysten trotz Senkung des Kursziels in Fülle vorhanden), macht doch in Summe einen erheblichen Unterschied. Ob der faire Wert der Aktie nun bei 240 Euro oder bei 170 Euro liegt, heißt übertragen auf das Unternehmen: Ist die Wirecard AG „nur“ 21.000.000.000 Euro wert – oder doch 29.650.000.000 Euro. Bei aller Nüchternheit, aber hier geht es nicht um Peanuts, sondern mal eben um 8,65 Milliarden Euro.

Vielleicht sollte man grundsätzlich dazu übergehen, fortan nicht mehr den fairen Wert je Aktie zu thematisieren, sondern den fairen Wert des Unternehmens. Dann würde so manche Anpassung beim fairen Wert womöglich moderater ausfallen, würde doch der Unterschied zwischen dem einen und dem anderen Ziel weitaus frappierender ins Auge springen – und im Zweifel Fragen nach der Ernsthaftigkeit dieser Angabe aufwerfen.

 

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    Man schau einfach mal was Adyen tut - die sind am ehesten vergleichbar und kein deut besser als Wirecard. Von daher sind die Downgrades allenfalls ein Beweis, daß alle Bewertungen letzlich Voodoo sind!
  • Frank Hänschke -
    Gute Frage, aber weshalb habem Sie als Anlegermagazin sich gescheut die Antwort mittel einer der von Ihnen genannten Wertermittlungsmethode Ihren geschätzten Lesern zu geben und das einmal anschaulich durchzurechnen?

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