WCM
- Thomas Bergmann - Redakteur

WCM-Chef exklusiv: "2016 keine Kapitalerhöhung!"

Viele Immobilien-Aktien haben in diesem Jahr den Markt klar outperformen können. Seit der Spekulation auf eine Straffung der Geldpolitik durch die EZB ist aber etwas Sand ins Getriebe gekommen. Highflyer wie Vonovia, Deutsche Wohnen oder Ado Properties büßten zwischen 15 und 20 Prozent an Wert ein. Auch eine WCM-Aktie hat sich dem allgemeinen Abgabedruck nicht erwehren können und von der Spitze etwa 15 Prozent verloren. Zuletzt gab es zudem Spekulationen im Markt, der Spezialist für Gewerbeimmobilien soll eine Kapitalerhöhung zu 2,50 Euro je neuer Aktie planen. DER AKTIONÄR ist der Sache auf den Grund gegangen und hat bei WCM-Vorstand Stavros Efremidis nachgefragt.

DER AKTIONÄR: Die WCM-Aktie ist nach der guten Kursentwicklung seit Jahresanfang zuletzt wieder etwas zurückgekommen. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Stavros Efremidis: Unsere Aktie konnte sich dem Branchentrend der vergangenen Tage trotz der unverändert guten Perspektiven von WCM nicht entziehen. An der Börse haben aber ja viele Immobilien-Aktien zuletzt nachgegeben. 

Es gab im Markt auch Gerüchte, WCM werde eine Kapitalerhöhung durchführen?

Stavros Efremidis: Klare Aussage dazu: keine Barkapitalerhöhung in 2016! Das wäre unsinnig und ist auch völlig unnötig auf diesem Marktniveau. Wir werden nichts unternehmen, was nicht wertsteigernd für den FFO und den NAV pro WCM-Aktie ist.

Sie wollen in den kommenden Quartalen das Immobilienportfolio deutlich ausbauen. Bekommen Sie denn im aktuellen Umfeld interessante Immobilien angeboten?

Stavros Efremidis: Wir haben in diesem Jahr unser Immobilienportfolio bereits deutlich ausgebaut. So liegt der Marktwert des Gesamtportfolios nun bei rund 645 Millionen Euro. Durch unser hervorragendes Netzwerk bekommen wir weiter gute Immobilien zu einem attraktiven Preis angeboten. Kombiniert mit den günstigen Zinsen halten wir das Marktumfeld unverändert für ausgesprochen interessant, entsprechend planen wir weitere Zukäufe. Wir streben dabei einen guten Mix aus Core, Core plus und Value-add an. Unsere Jahresprognosen kann ich an dieser Stelle noch einmal bestätigen.

Lukrative Aktie

Das Thema Kapitalerhöhung sollte damit für die nächsten Monate vom Tisch sein. Entsprechend dürfte sich auch die Aktie langsam wieder erholen können. Die WCM-Aktie ist am oberen Ende der Erwartungen mit einer FFO-Rendite von etwa 6,4 Prozent im Branchenvergleich moderat bewertet. Auch ein Aufschlag von sechs Prozent auf den NAV ist angesichts der Wachstumsaussichten und des erstklassigen Portfolios nicht zu hoch angesetzt. WCM ist auf dem aktuellen Niveau (2,69 Euro) normal ein klarer Kauf, angesichts der charttechnischen Situation sollte eine Bodenbildung abgewartet werden.

 


 

Das Tao des Kapitals

Autor: Spitznagel, Mark
ISBN: 9783864702945
Seiten: 368
Erscheinungsdatum: 03.03.2016
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden
Verfügbarkeit: als Buch und als eBook erhältlich

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

Regierungen, die überregulieren, Zentralbanken, die Wirklichkeiten am Markt verzerren. Der Investment-Ansatz der Österreichischen Schule meint seit 150 Jahren: Die Menschen verdienen etwas Besseres.
Er befürwortet sich selbst regulierende Märkte, in denen freie Menschen in einer freien Gesellschaft interagieren. Mark Spitznagel, einer der bekanntesten und erfolgreichsten Investoren unserer Tage, verbindet in »Das Tao des Kapitals« die zentralen Elemente des zeitlosen Investment-Modells »Privateigentum, freie Märkte, stabile Währung und eine liberale Gesellschaft« mit den Gedanken des Taoismus. So wie sich der Mensch im Taoismus an die Gegebenheiten anpassen soll, so sollte auch der Investor den Märkten freien Lauf lassen – und die Früchte seiner Geduld ernten. Spitznagel weist in seinem Ansatz des Austrian Investing den Weg.

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