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- DER AKTIONÄR

Update Software: „Das Potenzial ist längst nicht ausgeschöpft“

Update Software hat seinen Wachstumstrend bestätigt und das dritte Quartal in Folge mit Gewinn abgeschlossen. Insbesondere das zweigleisige Vertriebsmodell des Wiener Customer Relationship-Management (CRM)-Spezialisten trägt Früchte. So konnten im zweiten Quartal der klassische Lizenzumsatz um 15 Prozent und die „Software-as-a-Service“-Erlöse um 13 Prozent gesteigert werden. Die EBIT-Marge soll mittelfristig deutlich zulegen, dazu soll auch die weitere Markterschließung in China beitragen.

DER AKTIONÄR traf Update-Finanzvorstand Uwe Reumuth zum Exklusivinterview.

DER AKTIONÄR: Herr Reumuth, Update Software ist im zweiten Quartal beim Umsatz um sieben Prozent gewachsen. Die Erlöse aus dem Software-as-a-Service (SaaS)-Angebot haben dabei mit einem Plus von 13 Prozent überproportional zugelegt. Haben sich Ihre persönlichen Erwartungen damit erfüllt oder hatten Sie intern eine noch ambitioniertere Planung?

Uwe Reumuth: Software-as-a-Service hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen und ist einer der Trends am Software-Markt. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Umsatzwachstum wider. Der SaaS-Umsatz lag im zweiten Quartal bei rund einer Millionen Euro, im Halbjahr bei rund zwei Millionen Euro. Damit konnten wir im Halbjahresvergleich wie erwartet signifikant um über 19 Prozent wachsen. Aus unserer Sicht hat die NSA-Affäre jedoch auch dazu beigetragen, dass in Europa das Thema Datensicherheit wieder sehr stark im Fokus steht und potenzielle Kunden einer Cloud-Lösung tendenziell wieder skeptischer gegenüber stehen.

Die wiederkehrenden Umsätze (SaaS und Wartung) haben rund 49 Prozent zum Gesamtumsatz des zweiten Quartals beigetragen. Welche Wachstumsraten erwarten Sie im SaaS-Bereich in den kommenden Quartalen?

Wir gehen davon aus, dass sich der Anteil der wiederkehrenden Umsätze bis Jahresende relativ stabil entwickelt und daher weiterhin circa die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmachen wird. Für das Gesamtgeschäftsjahr 2014 streben wir weiterhin ein deutlich zweistelliges Umsatzwachstum im SaaS-Bereich an.

Laut dem IT-Analysten Gartner werden bis zum Jahr 2020 50 Prozent aller CRM-Lösungen über SaaS laufen. Teilen Sie diese Einschätzung?

Auch wir sehen in dem Thema Software-as-a-Service einen nachhaltigen Trend. Wir sind davon überzeugt, dass sich der Anteil der Kunden, die sich für eine SaaS-Lösung entscheiden, langfristig steigen wird. Nach wie vor sehen wir aber deutliche regionale und industrie-spezifische Unterschiede in der Adaptionsgeschwindigkeit dieses Businessmodells.

Bei einem Blick auf Ihre Quartalszahlen fällt die überproportionale Steigerung beim Lizenzumsatz um 15 Prozent auf. Sehen Sie sich in Ihrer Entscheidung bestätigt, beim Vertrieb zweigleisig zu fahren und neben dem innovativen SaaS-Angebot weiterhin parallel auf das klassische Lizenzgeschäft zu setzen?

Das Plus bei allen Umsatzströmen ist die Bestätigung, dass wir mit unserem hybriden Geschäftsmodell gut aufgestellt sind. Unsere Software sowohl als Lizenz als auch als Software-as-a-Service anzubieten, gibt uns die Möglichkeit, flexibel zu agieren und somit gezielt auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen. Zum Teil entscheidet sich der Kunde erst am Ende für eines der beiden Businessmodelle. Unsere diesbezügliche Flexibilität verschafft uns daher in vielen Fällen einen Wettbewerbsvorteil.

Für das Geschäftsjahr 2014 streben Sie ein Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent an. Ist dies nicht etwas zu tief gestapelt, nachdem Update im ersten Halbjahr um neun Prozent gewachsen ist?

Wir liegen mit unseren Halbjahreszahlen im Rahmen der Erwartungen und gehen für die zweite Jahreshälfte ebenfalls von einer Entwicklung im Rahmen unserer Businessplanung aus. Daher haben wir unsere Guidance für 2014 bestätigt. Ich möchte allerdings an dieser Stelle darauf hinweisen, dass etwaige Auswirkungen auf Grund des Einstiegs der Aurea Software FZ-LLC als neuer Hauptaktionär derzeit noch nicht quantifizierbar sind.

Kommen wir auf das Ergebnis zu sprechen: Das EBIT konnten Sie im Vorjahresvergleich um 0,9 Millionen Euro auf 0,2 Millionen Euro verbessern. Welche Faktoren waren für den überdurchschnittlichen Ergebnisanstieg verantwortlich? Gab es im zweiten Quartal auch Sonderfaktoren, die das Ergebnis beeinflusst haben?

Auch im zweiten Quartal ist Update profitabel gewachsen. Wir konnten nun drei Quartale in Folge ein positives EBIT erzielen und sind auch für die nächsten Quartale optimistisch, dass diese Entwicklung fortgeführt werden kann. Gründe für den Profitabilitätsanstieg im Quartals- und Halbjahresvergleich liegen neben dem Umsatzwachstum auch in der Reduktion der Kosten. Vor allem bei den zugekauften Professional Services konnten die Kosten im letzten Halbjahr deutlich reduziert werden. Sondereffekte haben das Quartalsergebnis nicht beeinflusst.

Für das Gesamtjahr streben Sie eine EBIT-Marge von ein bis drei Prozent an. Mittelfristig haben Sie sicherlich ehrgeizigere Ziele – können Sie uns hier schon eine Indikation geben, welches Margenniveau Sie auf Sicht von drei Jahren anstreben?

In unserer Mittelfristplanung gehen wir von einem nachhaltig profitablen Wachstum mit schrittweise ansteigenden EBIT-Margen aus. Wir wollen zu einem marktadäquaten Profitabilitätsniveau zurückkehren. Die weitere Entwicklung des Umsatzsplits zwischen Lizenz und SaaS wird dabei die zukünftige Margenentwicklung nachhaltig beeinflussen.

Das Handelsblatt und die Universität St. Gallen zählen Update Software zu den kundenorientiertesten Dienstleistern Deutschlands. Was machen Sie besser als die Konkurrenz?

Als Hersteller von CRM-Software ist es unsere Pflicht Best Practice vorzuleben. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir unsere Kunden langjährig begleiten dürfen und wissen, dass Empfehlungen im Markt eine entscheidende Rolle spielen. Unsere zahlreichen Referenzkunden zeugen davon, dass sich unsere Versprechen mit unseren Produkten und Services decken. Die Zufriedenheit und der Erfolg unserer Kunden haben für uns oberste Priorität und das spiegelt sich auch in dieser Auszeichnung wider.

Im Juni wurde bekannt gegeben, dass Update die Partnerschaft mit der chinesischen Firma Inspur um weitere zwei Jahre verlängert. Wie ist das Resümee über die bisherige Zusammenarbeit und was erwartet man sich von den nächsten zwei Jahren?

Als wir 2012 die Partnerschaft mit Inspur begonnen haben, waren wir davon überzeugt, dass China ein wachstumsstarker Markt ist, in dem es mittel- bis langfristig großes Potenzial für unsere CRM-Lösungen gibt. Diese Ansicht hat sich bestätigt. In den vergangen zwei Jahren konnten in China elf Kunden mit über 5.600 Usern gewonnen werden. Das Potenzial ist aber längst noch nicht ausgeschöpft. Wir haben daher die Partnerschaft mit Inspur zunächst um zwei weitere Jahre verlängert, um die Markterschließung in China weiter voranzutreiben.

Herr Reumuth, besten Dank für das Interview.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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