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TUI-Aktie jetzt im Crash-Modus (-16%) – Laufen Anleger zu Thomas Cook über? (+11%)

Die Aktie des weltgrößten Touristikkonzerns TUI kollabiert an diesem Donnerstag, verliert 17 Prozent. Anleger nehmen dem Management die Kappung der Ergebnisprognose sichtlich übel. Während TUI-Papiere in den freien Fall übergehen, haussiert eine andere Touristik-Aktie: Thomas Cook gewinnen zweistellig. Das aus gutem Grund. Bleibt die Frage: Laufen TUI-Aktionäre zu Thomas Cook über?

TUI hat mit seiner Prognosesenkung Aktionäre in die Flucht geschlagen. Die Aktie des weltgrößten Touristikunternehmens verliert an diesem Donnerstag zweistellig an Wert – in der Spitze notierte das Papier 19 Prozent tiefer als noch am Mittwoch. Schon da deutete sich im nachbörslichen Handel an, dass es heute ungemütlich würde. AKTIONÄR-Redakteur Thorsten Küfner führt die heftige Reaktion der Marktteilnehmer auf ein Interview zurück, das TUI-CEO Fritz Joussen noch vor wenigen Wochen der Rheinischen Post gegeben hatte. Seine aktuelle Einschätzung lesen Sie hier.

Während die Aktie der TUI AG kollabiert, haussiert ein anderes Papier aus dem Sektor: Aktien des britischen Touristik-Unternehmens Thomas Cook gewinnen zweistellig an Wert, notieren zur Stunde rund elf Prozent fester.

Europas zweitgrößter Reiseveranstalter Thomas Cook fasst angesichts des Preiskampfs in der Touristik einen Verkauf seiner Fluggesellschaften wie Condor ins Auge. Die Überprüfung der Airline-Strategie sei noch in einem frühen Stadium, sagte Thomas Cook-Chef Peter Fankhauser am Donnerstag in London. Daher wolle er derzeit "keine Option ausschließen". Aber der Konzern müsse in Hotels, Digitalisierung und Dienstleistungen für seine Kunden investieren, womit er sich besser von der Konkurrenz absetzen könne. Das nötige Geld könnte ein Verkauf oder Teilverkauf der Airlines bringen.

Seit einiger Zeit hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, das Unternehmen mit Marken wie Neckermann Reisen könnte sich von seiner Airline-Sparte trennen, zu der neben Condor die Thomas-Cook-Airlines in Großbritannien und Skandinavien gehören. Fankhauser hatte die Gerüchte bisher immer zurückgewiesen.

"Wir haben ein großartiges Airline-Geschäft", sagte der Manager nun mit Blick auf die rund 100 Maschinen, die Urlauber zu 120 Zielen in der Welt bringen. Das Konzept der Airlines und ihre Kostenstruktur seien so gut, dass sie mit den großen Billigfliegern mithalten könnten. Besonders Condor habe zuletzt wieder gut abgeschnitten. "Wir sind stolz auf unsere Airline", sagte Fankhauser.

Im vergangenen Geschäftsjahr bis Ende September 2018 war Thomas Cook wegen des heißen Sommers in Mitteleuropa und Großbritannien in die roten Zahlen gesackt. Vor allem in Großbritannien lief es schlecht: Der bevorstehende Brexit und das schwache Pfund drückten auf die Nachfrage, viele Briten nutzten das gute Wetter für einen Urlaub in der Heimat. Dass es für Thomas Cook nicht noch schlimmer kam, verdankte der Konzern auch seinen Airlines, die auch Einzeltickets verkaufen und Gäste anderer Veranstalter in die Urlaubsländer bringen.

"Es ist klar, dass wir uns schneller bewegen müssen um Geschäft zu machen in einem immer stärker wettbewerbsintensiven Umfeld", sagte Fankhauser. So muss sich Thomas Cook nach dem desolaten Sommergeschäft von 2018 vor allem in Großbritannien weiterhin mit einer Zurückhaltung der Kunden herumschlagen. Die Nachfrage für die Türkei und Nordafrika sei gut, sagte der Manager. Dies federe eine schwache Entwicklung auf den Kanaren ab, wo hohe Reisepreise viele Kunden verschreckten.

Im typischerweise schwachen ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember wuchs der um Sonderposten bereinigte operative Verlust bei Thomas Cook auf vergleichbarer Basis um 14 Millionen auf 60 Millionen britische Pfund (68 Mio Euro). Angesichts der bisher eingegangen Sommerbuchungen will Thomas Cook das Angebot an Urlaubsreisen jetzt zurückfahren

Mit Material von dpa-AFX

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