ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Das Zünglein an der Waage

Bei ThyssenKrupp herrscht auch drei Wochen nach dem Rücktritt von Konzernchef Heinrich Hiesinger nach wie vor Unklarheit über die künftige Strategie. Der Widerstand gegen eine Zerschlagung nimmt zu. Eine Schlüsselrolle könnte dabei Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet spielen.

Im Interview mit der Zeit hat Laschet vor drohenden Jobverlusten im Falle eine Zerschlagung gewarnt. Er verwies dabei auf die rund 39.000 Beschäftigten, die allein im Ruhrgebiet für ThyssenKrupp arbeiten, sowie die Folgen für die Region. „Natürlich sind ihre Arbeitsplätze gefährdet, wenn es zu einer Zerschlagung kommt.“

„Entscheidungen mit dem ausschließlichen Ziel kurzfristiger Börsengewinne können im Industrieland Deutschland großen Schaden anrichten“, übte der Politiker indirekt auch Kritik an den aktivistischen Investoren Cevian und Elliott. Wichtig: Da Laschet auch Mitglied im Kuratorium der Krupp-Stiftung ist, dem Großaktionär von ThyssenKrupp, dürfte sein Wort eine gewichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung über die Zukunft des Konzerns spielen.

Geduld gefragt

Die aktivistischen Investoren auf der einen Seite, Arbeitnehmer und Politik auf der anderen Seite, dazu die Krupp-Stiftung: Aufgrund der unterschiedlichen Interessenslagen bleibt es schwierig, einen neuen Konzernchef zu finden. Kommt es zu weiteren Abspaltungen, wäre eine Neubewertung der ThyssenKrupp-Aktie notwendig. Anleger müssen aber viel Geduld aufbringen, bis es zu einer Entscheidung kommt. Die Aktie bleibt bis dahin eine Halteposition.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das wäre eine Überraschung

Die Talfahrt von ThyssenKrupp ist eng mit dem Führungschaos verknüpft. Seit im Juli der Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger und der Aufsichtsratschef Ulrich Lehner kurz hintereinander zurücktraten, hat der ohnehin angeschlagene DAX-Titel noch einmal deutlich an Wert verloren. Nun deutet sich … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das wird aber auch Zeit

Der Druck auf ThyssenKrupp bleibt hoch. Nach wie vor steht die Aktie unter Druck, zudem wurde zuletzt vermehrt Kritik laut, dass beim Umbau keine entscheidenden Fortschritte erzielt werden. Zumindest beim Stahl-Joint-Venture mit dem indischen Wettbewerber Tata Steel steht der Konzern nun aber vor … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das darf doch nicht wahr sein

Die Probleme bei ThyssenKrupp halten an. Vor allem bei den Bemühungen zum Umbau kommt der Industriekonzern nicht voran. Nach der jüngsten Kritik der Arbeitnehmer gab es nun bei der geplanten Stahlfusion mit Tata Steel einen erneuten Rückschlag. Die EU-Wettbewerbskommission hat die Prüffrist für den … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Zu viele offene Fragen

Nach wie vor kann sich die Aktie von ThyssenKrupp nicht nachhaltig vom Jahrestief bei 15,52 Euro lösen. Schwache Zahlen inklusive erneuter Gewinnwarnung belasten, doch auch die offenen Fragen beim Umbau verunsichern die Anleger. Selbst beim lange beschlossenen Joint Venture mit Tata Steel herrscht … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Wenn der erste Blick täuscht…

Es sind turbulente Zeiten bei ThyssenKrupp. Der Konzern befindet sich im Umbruch. Die neuesten Gerüchte betreffen nun die Marinesparte. Aufgrund der Kooperationspläne in der deutsch-französischen Rüstungspolitik wurde von einer möglichen Übernahme durch die Naval Group gesprochen. ThyssenKrupp hat … mehr