Tesla
- Jochen Kauper - Redakteur

Tesla setzt auf Radar statt Kamera – Aktie vor Bodenbildung?

Tesla-Chef Elon Musk liebt große Auftritte. Ein Mann mit kernigen Aussagen, eine Firma mit großen Plänen und Zielen. Vor wenigen Tagen hat Musk Details zum Update bezüglich des Autopiloten für seine Elektroflitzer bekannt gegeben. Zentraler Punkt: Statt der Kamera liefert in Zukunft der Radar-Sensor die entscheidenden Daten für eine Entscheidung über Weiterfahren oder Bremsen. Tesla musste sich ohnehin nach einer neuen Lösung umsehen: Die bisherige Zusammenarbeit mit Mobileye wurde durch die kleine High-Tech Firma aus Israel beendet.

Radar-Bild steht im Mittelpunkt

Innerhalb der kommenden 14 Tage liefert Tesla die Version 8.0 für seine Autopiloten-Funktion als Over-the-Air-Update aus. Die bestehenden Ultraschall- und der Radar-Sensoren sowie die Front-Kamera sollen damit ein verlässlicheres Abbild der Wirklichkeit errechnen können. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Radar zu. "Wir werden die Daten des Radar-Sensors sehr viel effektiver einsetzen", so Musk am Sonntagabend in einer Telefonkonferenz sowie in einem Firmenblog. "Neben einem Dutzend kleinerer Veränderungen wird das Radar-Bild in den Mittelpunkt rücken." So kann eine Vollbremsung auf Grundlage der Radardaten ausgelöst werden, ohne dass die Kamera die Sichtung eines Hindernisses bestätigen muss.

Kamera versus Radar

Die Umstellung ist unter anderem Resultat des tödlichen Unfalls von Joshua Brown Anfang Mai im US-Bundesstaat Florida. Der Fahrer eines Model S war mit aktivem Autopiloten unter den Auflieger eines Sattelschleppers geraten, der quer zur Fahrbahn stand. Die Kamera hatte den weißen Aufbau des Anhängers im Sonnenlicht als Autobahnschild gedeutet und keine Bremsung ausgelöst. Das Radar hat das Metallobjekt richtig erkannt, durfte die Entscheidung der Kamera jedoch nicht überstimmen.

100 Prozent Sicherheit ist unmöglich

"Autopilot 8.0 bedeute keine perfekte Sicherheit", sagt Tesla-Chef Elon Musk, "perfekte Sicherheit ist ein unmögliches Ziel."

Wer in Version 8.0 drei akustische Warnungen, die den Fahrer dazu auffordern die Hände ans Lenkrad zu legen, innerhalb einer Stunde ignoriert, kann den Autopiloten für diese Fahrt nicht mehr aktivieren. Der Wagen muss zunächst geparkt und neu gestartet werden, bevor eine Aktivierung wieder möglich ist.

 

 

Aktie halten

Was die Aktie betrifft, so bleibt DER AKTIONÄR skeptisch. Unabhängig von den tollen Produkten, den innovativen Autos! Man kann es drehen und wenden wie man will. Man kann große Zweifel daran haben, ob Tesla es schaffen wird, seine hochtrabenden Ziele,in ein paar Jahren 500.000 Autos zu bauen, zu erfüllen. Dennoch: Tesla hat einen exzellenten Investorenkreis rund um das Silicon Valley. Die Aktie könnte erneut bei 195 Dollar oder umgerechnet 170 Euro einen Boden gefunden haben. Bereits im Juni drehte das Papier an diesem Punkt. Wer investiert ist, sichert seine Position bei 185 Dollar ab.

(Mit Material von dpa-AFX)

 


 

Breaking Banks
 

Autor: Brett King
ISBN: 9783864702389
Seiten: 384
Erscheinungsdatum: 04.12.2014
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden
Verfügbarkeit: als Buch und als eBook erhältlich

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"Disruption" ist der Begriff der Stunde. Neue Technologien krempeln altbewährte Geschäftsmodelle um und lassen Marktführer zu Verlierern werden. So geschehen in der Musikindustrie, bei Büchern und vielem mehr. Kommen jetzt die Banken dran? Bestsellerautor Brett King untersucht, welche Veränderungen auf den Bankensektor zukommen. Seiner Meinung nach wird dieser "in den nächsten zehn Jahren mehr Veränderung sehen als in den letzten hundert." Ob Cloud-Lending, Neo-Banks, FinTech oder Social Banking: King untersucht die Trends und Möglichkeiten und identifiziert Gewinner, Verlierer und Perspektiven.

 

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