Siltronic
- Michael Schröder - Redakteur

Siltronic rudert erneut zurück: Auswirkungen auf Infineon und Aixtron überschaubar - so geht es bei dem Trio weiter!

Mit einer erneuten Umsatz- und Gewinnwarnung wurde die Erholung der Siltronic-Aktie jäh beendet. Nachdem der bisherige Ausblick des Waferherstellers schon sehr verhalten ausgefallen war, zeigt sich der Vorstand jetzt noch pessimistischer. Die Auswirkungen auf die Aktien von Infineon oder Aixtron fallen dabei aber recht überschaubar aus.

Siltronic rechnet im laufenden Jahr mit einem Umsatzrückgang um fünf bis zehn Prozent, nachdem hier bisher das Vorjahresniveau von 1,46 Milliarden Euro angepeilt worden war. Die EBITDA-Marge soll auf 33 bis 37 Prozent sinken, statt nur „leicht unter dem Vorjahreswert“ von 40,5 Prozent liegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) dürfte zudem „deutlich“ fallen. Hier ging das Management bisher von einem Minus von rund zehn Prozent aus.

Begründet wurden die neuen Ziele mit der allgemeinen konjunkturellen Abkühlung, geopolitischen Unsicherheiten sowie des immer noch laufenden Lagerbestandsabbaus in der Branche und bei den Kunden. Eine Erholung des Marktumfeldes lasse sich daher noch nicht absehen, hieß es aus der Münchner Firmenzentrale. Interessant in diesem Zusammenhang: Umsatz und EBITDA haben sich im Auftaktquartal 2019 noch im Rahmen der Erwartungen entwickelt. Das zweite Quartal soll laut Siltronic dagegen schwächer als erwartet verlaufen.

Die Siltronic-Aktie konnte sich in der Zeit von Mitte Dezember bis Ende Februar deutlich von den Tiefstständen lösen. Nach der Aufwärtsbewegung von plus 50 Prozent sorgte der verhaltene Jahresausblick für einen Stimmungsumschwung. Die Aktie ging wieder auf Talfahrt und rutschte dabei unter den AKTIONÄR-Stoppkurs. Die geringe Berechenbarkeit der weiteren Geschäftsentwicklung und die erneute Anpassung der Prognosen sind besorgniserregend. Mittel- und langfristig dürfte dem Waferhersteller zwar seine breite Aufstellung zu Gute kommen. Kurzfristig muss der Vorstand allerdings erst einmal das verlorene Vertrauen zurückgewinnen – und die Prognosen erfüllen. Anleger bleiben daher vorerst an der Seitenlinie.

 

Auch Infineon Technologies und Aixtron leiden unter dem viel zitierten Nachfragerückgang in der Branche. Der DAX-Konzern musste daher vor wenigen Tagen seine Prognose ebenfalls anpassen. Eine Einschätzung gibt es hier.

Aixtron verfügt als führender Anbieter von Depositionsanlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern und Nanomaterialien über ein breites Technologieportfolio und über viel Erfahrung in der Dünnschicht-Abscheidung komplexer Halbleitermaterialien. Die Gesellschaft ist vor allem abhängig vom kommerziellen Reifegrad der unterschiedlichen, neuen Anwendungen und weniger von den Nachfragezyklen der Silizium-Industrie. Damit bleibt bei Aixtron die Hoffnung, dass die aktuelle Investitionszurückhaltung der Kunden nur vorübergehender Natur ist. DER AKTIONÄR spekuliert im Real-Depot und im Hebel-Depot mit einer Trading-Position weiter auf dieses Szenario.


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| Dennis Riedl | 0 Kommentare

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