Siltronic
- Michael Schröder - Redakteur

Siltronic mit erster Prognose für 2019: Umsatz auf Vorjahresniveau, Gewinn je Aktie leicht unter Vorjahr - Hoffnung auf Erholung im zweiten Halbjahr

Mit der Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2018 hatte Siltronic bereits einen verhaltenen Geschäftsverlauf für 2019 in Aussicht gestellt. Am Abend hat der Vorstand des Waferherstellers diesen Ausblick konkretisiert. Es wird erwartet, dass der Waferabsatz im ersten Halbjahr 2019 deutlich unter dem vorausgegangenen zweiten Halbjahr 2018 liegen wird. Für das zweite Halbjahr geht der Vorstand dann wieder von einer Erholung des Marktumfelds aus.

Insgesamt geht der Siltronic-Vorstand für das laufende Jahr von folgender Entwicklung aus:

- Umsatz abhängig von Wechselkurseinflüssen in der Größenordnung des Vorjahres

- leicht steigende Durchschnittserlöse gegenüber 2018

- EBITDA-Marge leicht unter Vorjahr

- Kostenpositionen durch Lohn- und Gehaltssteigerungen sowie durch EUR 20 Mio. höhere Elektrizitätskosten in Deutschland belastet

- Abschreibungen aufgrund erhöhter Investitionen circa EUR 20 Mio. über Vorjahr

- EBIT aufgrund erhöhter Abschreibungen und höherer Stromkosten gut 10 Prozent unter Vorjahr

- Forschung und Entwicklung (F&E) circa 5 Prozent vom Umsatz

- Steuerquote zwischen 15 und 20 Prozent

- Finanzergebnis auf Vorjahresniveau

- Investitionen in Kapazität, Automatisierung und Capabilities von circa. EUR 350 Mio. Bereits begonnene Projekte sollen planmäßig fertiggestellt werden. 2020 plant das Unternehmen, die Investitionen gegenüber 2019 deutlich zu reduzieren.

- Netto-Cashflow deutlich positiv, jedoch aufgrund der höheren Investitionen um circa EUR 100 Mio. niedriger als 2018, danach deutlicher Anstieg im Geschäftsjahr 2020

- Ergebnis je Aktie leicht unter Vorjahr

Zur Erinnerung: Im abgelaufenen Jahr 2018 steigerte der Konzern den Umsatz auf Basis vorläufiger Berechnungen um fast 24 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zog um rund zwei Drittel auf 589 Millionen Euro an. Das entspricht einer operativen Gewinnmarge von rund 40 Prozent (Vorjahr: 30 Prozent). Mit den Kennziffern schnitt Siltronic besser ab, als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten.

Die Zuwächse ließen aber zum Jahresende hin nach. So wuchs der Umsatz im Schlussquartal im Vergleich zum dritten Jahresviertel nur noch um zwei Prozent und der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stagnierte nahezu. Die Nachfrage nach Wafern liegt im ersten Quartal 2019 auch leicht unter dem vierten Quartal 2018. Dieser negative Trend dürfte sich 2019 zunächst fortsetzen.

Aber: Eine Abkühlung der Chipkonjunktur und teils vorsichtige Ausblicke in der Branche hatten die Siltronic-Aktie bereits in den vergangenen Monaten belastet. Auf Basis der neuen Schätzungen („Gewinn leicht unter Vorjahr“) wird die Aktie noch immer mit einem niedrigen zweistelligen 2019er-KGV bewertet. Im späten Handel fällt die Aktie dennoch zurück. Damit erfährt der noch junge Aufwärtstrend einen Dämpfer. DER AKTIONÄR wird den neuen Ausblick in seine Gewinnschätzungen einarbeiten. Bis dahin heißt es vorerst: Ruhe bewahren!

 

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