Siltronic
- Michael Schröder - Redakteur

Siltronic: Frische Zahlen im Anflug - droht der nächste Rücksetzer?

Die Prognose für 2019 von Siltronic hat die Investoren auf dem falschen Fuß erwischt. Auch die ursprünglichen Schätzungen des AKTIONÄR haben sich als zu hoch erwiesen. Die Investoren reagierten in einer ersten Reaktion verschnupft. Doch die Aussagen zum schwer prognostizierbaren Geschäftsverlauf fallen bei dem Münchner Waferhersteller traditionell konservativ aus. Weitere Impulse könnten die positiven Aussagen über den Verlauf der Verhandlungen im Handelsstreit zwischen China und den USA bringen. Zudem wird am morgigen Dienstag (5. März) der Geschäftsbericht für 2018 veröffentlicht.

China und die USA haben sich in den Verhandlungen über ein Ende ihres seit Monaten andauernden Handelskrieges weiter angenähert. Nachdem sich zunächst die USA positiv über den Verlauf der Verhandlungen geäußert hatte, war am Montag auch in Peking von "substanziellen Fortschritten" die Rede. Angesichts der Fortschritte ist von einem möglichen Besuch von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping Ende März in Florida die Rede, um mit US-Präsident Donald Trump eine weitreichende Handelsvereinbarung zu unterzeichnen. Vor allem die Technologiewerte reagieren sehr sensibel und meist auch dynamisch auf Neuigkeiten rund um den Handelskonflikt oder neue Daten zur konjunkturellen Entwicklung. Das Thema könnte der Aktie also neuen Auftrieb geben.

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Wie geht es kurzfristig sonst weiter? Die Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf fallen bei Siltronic traditionell recht zurückhaltend aus. Nach einer Stabilisierung ist bereits ab dem kommenden Jahr wieder mit einer Belebung des Geschäfts zu rechnen. Zudem planen die Münchner für das kommende Jahr wieder deutlich geringere Investitionen und erwarten einen deutlichen Anstieg des Mittelzuflusses. Weitere Details zur Geschäftsentwicklung dürfte es mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2018 und der anschließenden Bilanzpressekonferenz am Dienstag (5. März) geben.

Aus den neuen Berechnungen des AKTIONÄR ergibt sich bei einem Umsatz von 1,46 Milliarden Euro und einer Marge von 39 Prozent für 2019 eine EBITDA von rund 570 Millionen Euro. Auch unterm Strich ist ein kleiner Rückgang wahrscheinlich:

 Umsatz
in Mrd. €
EBITDA
in Mio. €
Gewinn je Aktie
in €
2018e 1,46 589 12,73
2019e 1,46 570 12,70
2020e
1,55 600 13,20

Das Fazit hat Bestand: Positive geopolitische Impulse könnten die Halbleiterbranche und damit auch die Siltronic-Aktie wieder antreiben. Gelingt es dem Vorstand, nach dem wahrscheinlichen Konsolidierungsjahr 2019 schon ab dem kommenden Jahr wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren, sollte das Interesse an der Aktie schnell wieder zunehmen. Das Ziel bei 100 Euro hat weiter Bestand. Investierte Anleger und alle AKTIONÄR-Leser, die die „Übertreibung als Chance“ in der Ausgabe 02/19 bei 69,82 Euro zum Einstieg genutzt haben, sichern ihre Gewinne aber mit einem engen Stopp im Bereich zwischen 84,50 und 84 Euro ab.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

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