Siemens
- Dennis Riedl

Siemens, Dialog, Bayer, Mutares: Kürzliche Directors Dealings – können Anleger sie nutzen?

Wenn Unternehmens-Insider eigene Aktien handeln, ist das stets einen näheren Blick wert. Welche Unternehmen im letzten Monat „Directors‘ Dealings“ gemeldet haben und ob es sich für Anleger lohnt, ihnen zu folgen, erfahren Sie hier.

Legale Insider-Transaktionen
Überall auf der Welt ist es Unternehmens-Insidern erlaubt, Aktien des eigenen Unternehmens zu kaufen oder verkaufen – solange dies zeitnah gemeldet wird. Da diese Personen am eigenen, operativen Geschäft am nächsten dran sind, sollte sie die besten Informationen darüber besitzen, ob demnächst ein positiver oder negativer Newsflow zu erwarten ist und ob die eigene Aktie allgemein gerade über- oder unterbewertet ist.

Bringt es etwas, den Insidern zu folgen?
Die Gretchen-Frage für Anleger ist, ob Insider wirklich einen Informationsvorsprung geltend machen können. Hierzu gibt es bereits eine Vielzahl an Studien. Für den deutschen Markt hat zum Beispiel Dickgießer den durchschnittlichen Kursverlauf einer Aktie vor und nach einer Insider-Transaktion berechnet. Grundlage hierfür waren insgesamt 4.796 Directors‘ Dealings-Mitteilungen (2.611 Käufe, 2.185 Verkäufe), also schon eine stattliche Anzahl. Berechnet wurde immer die über der Markterwartung liegende Rendite (Überrendite). Die Ergebnisse sehen wie folgt aus:

 

Ergo: Insider schaffen es tatsächlich (zumindest kurzfristig), Überrenditen am Markt zu erzielen. Riesig ist der Effekt nicht: Bei Käufen rund zwei Prozent, bei Verkäufen knapp drei Prozent. Bei marktengen Titeln mit hohem Spread oder im Falle höherer Transaktionskosten kann einem dieser Vorteil schnell abhanden kommen. Dennoch beeinflussen Directors‘ Dealings den Aktienkurs über die nächsten Wochen und sind damit in jedem Fall beachtenswert. Darum kommt hier abschließend eine Liste mit den Käufen und Verkäufen des letzten Monats:

 

Wie man sieht, haben die Insider-Käufe zuletzt sichtbar überwogen. Ob zum Beispiel auch die Größe des betrachteten Unternehmens einen Einfluss auf den obigen Effekt hat, klären wir ein anderes Mal.

Fazit: Der Indikator „Insider“ ist durchaus beachtenswert! Da der Markt aber noch deutlich effektivere Indikatoren bereitstellt, sollte das Verhalten von Insidern daher nur eine Nebenrolle bei der eigenen Aktienselektion spielen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Selbst schuld?

Der Umbau von Siemens ist aufwendig und kostenintensiv. Nach wie vor ist offen, wann die Umgestaltung des Industriekonzerns abgeschlossen sein wird. Das Scheitern der Zugfusion mit Alstom im Februar hat für weitere Verzögerungen gesorgt. Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat sich nun … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Das ist ein starkes Zeichen

Die Siemens-Aktie hängt nach wie vor knapp unterhalb der 100-Euro-Marke fest. Doch der Industriekonzern bastelt an seiner Zukunft. Mit dem Umbau will das Unternehmen die Weichen dafür stellen, dank der hohen Innovationskraft sind die Aussichten gut, dass dies gelingt. 2018 hat Siemens in Europa … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Siemens: Was läuft da mit Gazprom?

Die Siemens-Aktie bewegt sich nach wie vor knapp unterhalb der 100-Euro-Marke. Der langwierige Umbau und die anhaltenden Probleme in der kriselnden Kraftwerksparte verhindern weiter, dass die Aktie wieder nach oben klettert. Neues gibt es nun aus Russland, dort könnte es zu einem Deal mit dem … mehr