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- Michael Schröder - Redakteur

S&T: Minus 25% nach Prognoseerhöhung – kommt jetzt die Gegenbewegung?

S&T hat starke Zahlen für das dritte Quartal präsentiert. Die Digitalisierung der industriellen Produktion treibt das Wachstum des österreichischen IT-Dienstleisters an. Die EBITDA-Prognose wurde angehoben. Die Reaktion der Aktie: minus 25 Prozent in einer Woche.

Nach einem Umsatz- und Ergebniszuwachs im dritten Quartal ist das Unternehmen nun optimistischer für das operative Ergebnis (EBITDA) im Gesamtjahr 2018. Die Prognose wird nicht nur auf 85 Millionen, sondern gleich auf mindestens 88 Millionen Euro angehoben. Der operative Cashflow war zwar in den ersten neun Monaten saisonal negativ, im vierten Quartal ist aber mit einem deutlich positiven Cashflow zu rechnen. Doch die Aktie, die im Vorfeld der Zahlen bereits deutlich von ihrem Verlaufshoch zurückgefallen war, konnte keinen Boden gut machen. Im Gegenteil: Der Kurs setzte ihre Talfahrt fort.

Vorstand Hannes Niederhauser sieht die Gesellschaft auf Kurs: „Wir sind über die (…) Marktreaktion, insbesondere angesichts der zuletzt veröffentlichten positiven Zahlen, sehr enttäuscht und können hierfür keine operativen Gründe auf Seiten der S&T erkennen. Wir haben bereits seit mehreren Jahren die Umsätze und Profite kontinuierlich gesteigert und dabei unsere veröffentlichten Pläne immer erfüllt oder übererfüllt“, kommentierte der Vorstand den Rücksetzer zum Wochenbeginn. „Ich sehe aktuell auch keinen inhärenten Grund, dass die langfristige Erfolgsgeschichte der S&T nicht weiterläuft wie bisher, insbesondere in Anbetracht der positiven Entwicklung unseres Auftragsbestandes von rund 592 Millionen Euro und unserer Auftragspipeline von rund 1,5 Milliarden Euro zum 30. September 2018.“

Analysten hatten ihre Einschätzungen im Anschluss bestätigt oder sogar leicht hochgesetzt. Die Investmentbank Equinet hat die Einstufung für das dritte Quartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 27,00 Euro belassen. Die Zahlen des IT-Dienstleisters seien insgesamt gut ausgefallen, so Analyst Cengiz Sen. Der erhöhte Ausblick für den operativen Gewinn (EBITDA) in diesem Jahr bewege sich im Rahmen seiner Erwartungen.

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat das Kursziel von 29 auf 28 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Buy" belassen. Das dritte Quartal sei für den IT-Dienstleister solide verlaufen, so Analyst Martin Jungfleisch. Auch der angehobene Ausblick auf das Gesamtjahr sei ermutigend. Die Hinweise für 2019 mit dem Internet der Dinge als Wachstumstreiber seien solide.

Bei Warburg Research hat man das Kursziel von 20,30 auf 21,00 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Hold" belassen. Analyst Malte Schaumann passte sein Bewertungsmodell an den erwartungsgemäßen Zwischenbericht des IT-Dienstleisters an.

Das Zwischenergebnis: Seit der Prognoseerhöhung vor einer Woche hat die Aktie mehr als 25 Prozent an Wert verloren. In Finanzkreisen wird über „Zwangsverkäufe von institutionellen Investoren die unter Mittelabflüssen leiden“ diskutiert. Im aktuell angeschlagenen Marktumfeld lassen sich gerade im Nebenwertebereich größere Verkaufspositionen kaum ohne stärkere Kursverluste unterbringen.

Wie geht es kurzfristig weiter? Sobald der Verkäufer seine Stücke final am Markt platziert hat, dürfte die Aktie zu einer technischen Gegenbewegung starten. Erstes Ziel: 20 Euro. Allein der Zeitpunkt ist ungewiss. Mit einem 2019er-KGV von 16 ist im Anschluss sogar noch mehr möglich. Aufsichtsrat Dr. Erhard Grossnigg hat das verbilligte Kursniveau unter der Woche bereits genutzt, um eigene Aktien im Wert von mehr als einer Millionen Euro zu kaufen. Risikobewusste Anleger können dem Beispiel folgen. DER AKTIONÄR spekuliert im Real-Depot ebenfalls auf wieder steigende Kurse.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

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