- Michael Schröder - Redakteur

Richtungsweisende Woche: DAX, Euro, Goldpreis im Fokus - Das müssen Anleger bei Commerzbank, Gazprom, K+S und Co jetzt wissen!

Die Angst vor einem Krieg um die Krim hat die Börsen fest im Griff. DAX und Co sind vor dem Wochenende eingeknickt. Der Leitindex ist zwischenzeitlich sogar unter die 9.000-Punkte-Marke gerutscht. Der Goldpreis ist dagegen auf den höchsten Stand seit September gestiegen. Doch es gibt auch noch fundamental Gründe, die die Kurse von Commerzbank, K+S, Munich Re und Co bewegen.
In der letzten Wochen fiel der DAX fast fünf Prozent zurück – der größte Wochenverlust seit zwei Jahren. Der Index rutschte zwischenzeitlich unter 9.000 Punkte. Von seinem Allzeithoch im Januar ist der Leitindex mittlerweile mehr als 800 Zähler entfernt.
Dabei zeigte sich während der vergangenen Tage eine zunehmende Divergenz in der Aktienmarktentwicklung: DAX und Co fallen deutlich zurück. Die US-amerikanischen Aktienmärkte notieren dagegen nur gut zwei Prozent unterhalb ihrer historischen Höchststände. Die Erklärung liegt auf der Hand: "Europas geografische Nähe zum Konfliktherd Ukraine und seine vergleichsweise engere wirtschaftliche Verflechtung mit Russland exponieren die europäische Wirtschaft gegenüber der Konfliktentwicklung stärker," erklärt Ekkehard Link von der National-Bank.
Künftige in diesem Zusammenhang zwischen Russland und der übrigen Welt verhängte Sanktionen wären aus Sicht von Link nur für einzelne Branchen schmerzhaft. "Die dürften aber kaum geeignet sein, die weltwirtschaftliche Entwicklung entscheidend zu treffen."
"Die ebenfalls prononcierte Schwächeneigung der japanischen Börse dürfte dagegen eine andere Ursache haben, die allerdings auch auf die übrige Weltwirtschaft zurückwirkt. Dabei geht es um zunehmende Zweifel an künftiger Höhe und der Dauerhaftigkeit des erwartbaren chinesischen Wirtschaft", führt Kapitalmarktexperte Link aus. Doch der National-Bank-Stratege belibt grundlegend positiv gestimmt: "Die jüngsten Entwicklungen im Ukraine-Konflikt und Neueinschätzungen zum Verlauf der chinesischen Konjunktur begründen keine negativen Folgen für die moderat positiven Aussichten der Weltaktienmärkte." Vor dem Hintergrund der angestiegenen Volatilität empfiehlt er aber einen gestaffelter Einstieg.
Es ist nicht alltäglich, dass die Aktienkurse von milliardenschweren Unternehmen an einem Tag um bis zu 15 Prozent verlieren. Bei Gazprom, Luk­oil und Rosneft war dies aber kürzlich der Fall. Zwar ist das Geschäft der drei Rohstoffgiganten von der Krim-Krise nicht direkt betroffen, einige Anleger sorgen sich jedoch um mögliche Spätfolgen, etwa für den auch stark in Westeuropa aktiven Gasriesen Gazprom. Das müssen Anleger jetzt wissen.
Mit HeidelbergerCement (Mittwoch) und Munich Re (Donnerstag) präsentieren in der kommenden Woche zwei weitere DAX-Konzerne ihre Ergebnisse. Einen Ausblick wird DER AKTIONÄR im Vorfeld wie gewohnt an dieser Stelle veröffentlichen. Die meisten DAX-Konzerne haben inzwischen ihre Zahlen für das Jahr 2013 vorgelegt. Die Analysten der Commerzbank haben dabei ermittelt, dass etwa ein Drittel der Gesellschaften die Erwartungen verfehlt haben. Dieser Wert sei schlechter als im vorherigen Quartal und auch als im Durchschnitt der letzten fünf Quartale.
Nach einem enttäuschenden Ausblick ist die Aktie von K+S in der vergangenen Woche deutlich eingebrochen. Der Düngermittelhersteller war im ohnehin schwachen Marktumfeld noch einer der deutlichsten Verlierer. Eine detaillierte Einschätzung zu der DAX-Aktie gibt es in der aktuellen Ausgabe, die Sie hier bequem online abrufen können.
Die Commerzbank-Aktie hat ihren Reiz für die Anleger verloren. Der Titel sackte in der vergangenen Woche kurzfristig unter die 12-Euro-Marke. Nun rücken wichtige Unterstützungen in den Fokus.
Deutlich besser als zuletzt entwickelt sich dagegen der Goldpreis. Der Preis der Krisenwährung Gold stieg am Freitag fast auf 1.400 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und notierte damit auf dem höchsten Stand seit September. Seit Jahresbeginn hat das Edelmetall rund 14 Prozent zugelegt - Tendenz steigend!
Der Euro hat zuletzt ebenfalls Gas gegeben. Nachdem EZB-Präsident Mario Draghi bereits zuvor die Spekulationen über eine weitere Lockerung der Geldpolitik abgeschwächt hat, legte der Chefvolkswirt der EZB nach. Wie weit kann die Rallye gehen?
Ebenfalls interessant: Am kommenden Mittwoch wird die US-Notenbank aller Voraussicht nach eine weitere Reduzierung ihrer monatlichen Wertpapierkäufe ankündigen. Mit Spannung werden die Aussagen der Fed-Chefin Janet Yellenzur Zinspolitik. Die Fed hatte im Dezember 2012 angekündigt, die Leitzinsen nicht anzuheben, solange die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liegt.

Für zusätzliche Kursausschläge könnte der „Hexensabbat“ am Freitag sorgen. Dann verfallen Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien. In den Tagen zuvor versuchen Anleger meist, den Kurs derjenigen Papiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung zu bewegen. Hier erwarten Marktteilnehme einen heißen Kampf um die 9.000-Punkte-Marke.

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