DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Noch wenige Stunden bis Draghi - Geldpolitik ohne Wirkung?

Mario Draghi hat - mal wieder - Hoffnungen geschürt: "Der EZB-Rat ist fähig, entschlossen und willens zu handeln." Und: "Wenn wir den Willen haben, unser Ziel zu erreichen, dann haben wir auch die Mittel dazu." Bei der Sitzung am heutigen Donnerstag (10.3.) in Frankfurt könnte die Europäische Zentralbank weitere Schritte im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche beschließen - fast genau ein Jahr nach dem Start eines milliardenschweren Anleihenkaufprogramms.

Rat zur Besonnenheit

Bislang haben die expansiven geldpolitischen Maßnahmen nicht die erhoffte Wirkung erzielt. Viele stellen sich deshalb die Frage, was neue Milliarden denn überhaupt bringen sollen. Ökonomen raten zu mehr Besonnenheit. Hauptgrund für die niedrige Inflation sei der Absturz der Ölpreise - und der sei zugleich ein Konjunkturprogramm. "Der niedrige Ölpreis lässt der Inflation keinen Raum zum Atmen. Doch die Lage ist nicht so gravierend, wie die Gesamtrate glauben macht", kommentierte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner die jüngsten Inflationszahlen.

Da die Rohstoffexperten in diesem Jahr eine Erholung der Rohölpreise erwarten, sei für 2017 im Durchschnitt eine Inflationsrate von rund zwei Prozent wieder realistisch. "Deshalb sollte die EZB über die aktuelle Flaute hinwegsehen", riet Zeuner. "Vor allem eine weitere Absenkung des bereits negativen Einlagensatzes erscheint mir per Saldo wenig wirksam."

DAX tritt auf der Stelle

Der deutsche Leitindex dürfte kurz vor der EZB-Entscheidung keine großen Bewegungen fabrizieren. Es ist auch ratsam, vor der Draghi-Konferenz die Füße still zu halten und keine Trading-Positionen einzugehen. DER AKTIONÄR hatte am Vortag eine Long-Position empfohlen, die aber auf Einstand wieder ausgestoppt wurde. Mehr zum DAX sehen Sie im täglichen DAX-Check bei DER AKTIONÄR TV (www.deraktionaer.tv) oder lesen Sie an dieser Stelle.

(Mit Material von dpa-AFX)

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