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- Julia Breuing

Nintendo: Was bringt der Pokémon-Hype der Aktie wirklich?

Diese Woche wurde der Kindheitstraum für deutsche Pokémon-Liebhaber war. Endlich kann man das Spiel auch hierzulande downloaden und mit den Streifzügen zur Monsterjagd durch Deutschlands Straßen loslegen.

Vor knapp einer Woche wurde das Spiel auf den Markt gebracht und feiert weltweit einen riesen Erfolg. In den USA ist Pokémon Go bereits beliebter als die App Tinder. Auch auf den deutschen Straßen ist der Hype kaum zu übersehen: an jeder Ecke sieht man Grüppchen von Menschen, die auf ihr Smartphone starren und laut aufschreien sobald sie ein Pokémon entdeckt haben. Nintendos Aktie stieg dadurch seit Freitag von knapp 130 Euro auf 217 Euro an, ein sagenhaftes Plus von 67 Prozent. Damit ist sie auf dem höchsten Stand seit 2011. Aber verspricht die kostenlose App wirklich so viel Umsatz und wie viel davon fällt auf Nintendo ab?

Nintendo am Erfolg nur indirekt beteiligt

In den letzten Jahren fokussierte sich Nintendo auf seine Spielekonsolen und vernachlässigte den Smartphone-Markt. Durch den eher mäßigen Erfolg der Wii U gingen auch Nintendos Umsätze zurück. Investoren begrüßen, dass Nintendo nun auch endlich im Smartphone-Markt vertreten ist. Da die App kostenlos ist, lassen sich hiermit nur durch Zusatzkäufe, wie für zusätzliche Pokébälle, Umsätze generieren. SuperData Research schätzt die Umsätze für die ersten vier Tage aber bereits auf 14 Millionen Dollar. Von diesen Umsätzen fallen 30 Prozent auf Apple beziehungsweise Google ab. Der Rest verteilt sich auf die Google-Tochter Niantic, als Entwickler, und Pokémon Co.. Nintendo ist in beide Unternehmen investiert, unklar ist, wie hoch ihre Anteile sind. J.P. Morgan rechnet bei einem monatlichen Umsatz der App von 30 Billionen Yen (255 Millionen Euro) mit einem jährlichen Umsatzwachstum für Nintendo von 25 Billionen Yen (213 Millionen Euro). Damit wäre Nintendo nur mit knapp sieben Prozent am Erfolg der App beteiligt.

Auch ohne Smartphone Pokémon-Meister: Nintendo macht’s möglich

Doch Nintendo wittert noch eine andere Chance mehr Umsatz zu generieren. In den USA bereits vertreten, wird man auch bald in Deutschland Pokémon-Fans anhand eines Armbands mit unverkennbarem Pokéball-Symbol erkennen. Das Pokémon Go Plus ermöglicht das Spielen auch ohne, dass die App auf dem Smartphone geöffnet sein muss. So kann man Kilometer sammeln um Eier auszubrüten und neue Pokémons fangen, ohne dass der Handyakku darunter leidet. In Deutschland wird das Gerät Ende Juli für knapp 40 Euro zu kaufen sein. J.P. Morgan schätzt den zusätzlichen Umsatz durch 50 Millionen verkaufte Armbänder ebenfalls auf 25 Billionen Yen (213 Millionen Euro).

Noch steht die Einführung der App in Japan bevor. Der japanische Smartphone-Spiele-Markt zählt mit einem Wert von neun Billionen Dollar zu einem der bedeutendsten. Um den Hype aber dauerhaft aufrechtzuerhalten, müssen sich die Spieleentwickler besonders für die kalte Jahreszeit etwas Neues einfallen lassen.
Nintendos zusätzliche Einnahmen durch das Spiel sind im Hinblick auf ihren Marktwert von 30 Milliarden Euro überschaubar. Der Erfolg könnte aber Anreize setzen, die Marktanteile im Smartphone-Markt auszubauen. Was DER AKTIONÄR zu dieser Aktie rät, lesen sie in der nächsten Print-Ausgabe.

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